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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 04.06.2018

Gemeinsame Pressemitteilung der Bundesregierung f├╝r Kultur und Medien (BKM) und der Gr├╝ndungsmitglieder des Vereins Vertrauensstelle gegen sexuelle Bel├Ąstigung und Gewalt
AVIVA-Redaktion

Brancheninitiative bringt "Vertrauensstelle gegen sexuelle Bel├Ąstigung" auf den Weg ÔÇô Staatsministerin f├╝r Kultur und Medien, Monika Gr├╝tters: Zeit des Schweigens muss vorbei sein! Verb├Ąnde und Gewerkschaften der Film- und Fernsehbranche haben am 1. Juni 2018 gemeinsam mit Vertretungen der ProduzentInnen, Sender, Theater und Orchester in Deutschland einen Verein als Tr├Ąger f├╝r eine unabh├Ąngige Vertrauensstelle gegen sexuelle Bel├Ąstigung und Gewalt gegr├╝ndet.



Die Staatsministerin f├╝r Kultur und Medien, Monika Gr├╝tters, erkl├Ąrte: "Es war und ist mir ein wichtiges politisches und menschliches Anliegen, angesichts sexueller Bel├Ąstigungen, Dem├╝tigungen und Gewalt in der Filmbranche, aber auch in anderen Kultursparten eine Anlaufstelle mit zu initiieren, an die Betroffene sich vertrauensvoll wenden k├Ânnen. Daf├╝r habe ich neben der politischen vor allem auch finanzielle Unterst├╝tzung zugesichert. Mit der ┬┤Vertrauensstelle gegen sexuelle Bel├Ąstigung┬┤ haben wir nun ein breites B├╝ndnis aus der besonders betroffenen Film-, Fernseh- und Theaterbranche aufgestellt, an dem sich aber auch Vertreter anderer Kulturzweige beteiligen k├Ânnen. Ich begr├╝├če es, dass es gelungen ist, so viele Partner ins Boot zu holen, die dieses Projekt jetzt gemeinsam verwirklichen. Die Zeit des Schweigens muss vorbei sein!"

Simone Wagner, Vorstandsmitglied des Bundesverbands Schauspiel, f├╝r die beteiligten Arbeitnehmerverb├Ąnde und Berufsverb├Ąnde Freischaffende:
"Wir freuen uns, dass sich auf unsere Initiative hin nun Sender, Produzenten und viele Verb├Ąnde der Film- Fernseh- und Theaterbranche auf den Weg gemacht haben, diese dringend notwendige ├╝berbetriebliche Anlaufstelle nun tats├Ąchlich ins Leben zu rufen. Aufarbeitung und Pr├Ąvention sexueller Gewalt ist unbedingte Voraussetzung f├╝r eine angstfreie Arbeitskultur, f├╝r die gerade die Vertreter der Arbeitnehmenden und Freischaffenden stehen m├╝ssen."

Barbara Rohm, Pro Quote Film Vorstand, und Heide Schwochow, Vorstand Deutsche Filmakademie, f├╝r die beteiligten Branchenverb├Ąnde und -institutionen: "Dass die #Metoo-Debatte zur Zusammenarbeit so vieler BranchenvertreterInnen gef├╝hrt hat, ist ein wichtiges Signal f├╝r alle Betroffenen. Jetzt gilt es die Idee eines Kulturwandels hin zu einem bel├Ąstigungs- und gewaltfreien Arbeiten in die Tat umzusetzen. Diese Aufgabe wird nur mit viel Engagement und einem langen Atem umzusetzen sein. Die gro├čen Erwartungen, die an die ├╝berbetriebliche und neutrale Beschwerdestelle gerichtet werden, d├╝rfen nicht entt├Ąuscht werden. In mehreren Veranstaltungen der Deutschen Filmakademie ist immer wieder zum Ausdruck gekommen, dass sich die Branche sowohl eine juristische Einordnung von F├Ąllen sexueller Bel├Ąstigung und Gewalt w├╝nscht, als auch eine psychologische Erstbetreuung. Das ist das Wunderbare an der Vertrauensstelle: Sie wird Probleml├Âsungen und aktive Unterst├╝tzung f├╝r Betroffene anbieten und - nicht zuletzt - Machtmissbrauch immer wieder thematisieren, um ein angstfreies Arbeitsklima zu erm├Âglichen."

Alexander Thies, Vorsitzender der Allianz Deutscher Produzenten, Ulrich Khuon, Pr├Ąsident des Deutschen B├╝hnenvereins, und Susa Kusche, Vorstand Verband Deutscher Filmproduzenten, f├╝r die beteiligten ArbeitgeberInnenverb├Ąnde:
"Die Gr├╝ndung der Vertrauensstelle ist ein wichtiges Signal in unsere Branchen, denn wir sind der ├ťberzeugung, dass eine Annahme-, Aufkl├Ąrungs- und vor allem Hilfsstelle - in Erg├Ąnzung zu bereits vorhandenen Einrichtungen einiger Mitgliedsunternehmen und AuftraggeberInnen - f├╝r Betroffene einen wichtigen Beitrag leisten wird. Als Arbeitgeberverb├Ąnde stehen wir dieser Stelle als Ansprechpartner zur Verf├╝gung und werden diese in ihrer Arbeit unterst├╝tzen."

Ulrich Wilhelm, Vorsitzender der ARD, Annette K├╝mmel, TV-Vorstand VAUNET, und Dr. Thomas Bellut, Intendant des ZDF, f├╝r die beteiligten Sender begr├╝├čen die neue Vertrauensstelle: "Neben den eigenen Anlaufstellen, Ombudspersonen und Beratungsangeboten in den Rundfunkanstalten wird diese branchen├╝bergreifende Vertrauensstelle Betroffenen aus der gesamten Kreativwirtschaft eine weitere M├Âglichkeit bieten, ihre Anliegen in gesch├╝tztem Rahmen zu thematisieren. Die in eigener Sektion zusammengeschlossenen Sender unterst├╝tzen von Beginn an aktiv die gemeinsam mit zahlreichen Partnern der Branche entwickelten Ideen."

Die Vertrauensstelle richtet sich an Betroffene sexueller Bel├Ąstigung und Gewalt und ist zun├Ąchst auf den Film-, Fernseh-, Theater- und Orchesterbereich beschr├Ąnkt, kann aber durch Beteiligung weiterer Unterst├╝tzerInnen und entsprechender BranchenvertreterInnen auf die gesamte Medienbranche, den Musikbereich und andere Kulturzweige ausgeweitet werden. Neben der Entgegennahme und Pr├╝fung von Beschwerden und der Unterst├╝tzung Betroffener stehen die Aufarbeitung und Pr├Ąvention sexueller Bel├Ąstigung und Gewalt im Mittelpunkt.

Hintergrund ist die #MeToo-Debatte, die eine breite Diskussion ├╝ber Abh├Ąngigkeiten und Machtmissbrauch bis hin zu sexuellen ├ťbergriffen in der Kultur- und Medienbranche angesto├čen hat. Dabei ist deutlich geworden, dass insbesondere dort Handlungsbedarf besteht, wo oft nur kurzfristige Besch├Ąftigungsverh├Ąltnisse bestehen, wo viele Selbst├Ąndige arbeiten und wo starke Abh├Ąngigkeitsverh├Ąltnisse z.B. durch die zentrale Bedeutung von Weiterempfehlungen existieren.

Finanzierung und zeitliche Umsetzung

Die Vertrauensstelle soll nun z├╝gig ihre Arbeit aufnehmen, um Betroffenen ein niedrigschwelliges und anonymes Beratungsangebot zu bieten. Die Finanzierung und weitere Ausgestaltung sind durch die Vereinsmitglieder geplant. Die Staatsministerin f├╝r Kultur und Medien, Monika Gr├╝tters, hat bereits am Beginn des Prozesses in Aussicht gestellt, in Vorleistung zu gehen und die Aufbauphase mit zun├Ąchst 100.000 Euro zu finanzieren. Dies kann jetzt umgesetzt werden. Danach ist anteilig eine weitere F├Ârderung aus dem Etat der Kulturstaatsministerin m├Âglich. Auch VertreterInnen der Branche haben bereits Mittel zugesagt (ARD: 40.000 Euro/p.a., Deutscher B├╝hnenverein: 15.000 Euro/p.a., ZDF: 15.000 Euro/p.a., VAUNET: 15.000 Euro/p.a., Deutsche Produzentenallianz: 10.000 Euro/p.a.). Au├čerdem werden F├Ârdergelder bei der Filmf├Ârderungsanstalt und den Verwertungsgesellschaften der ArbeitnehmerInnen sowie auch der ArbeitgeberInnen beantragt.

Gr├╝ndungsmitglieder des Vereins sind:

Arbeitsgemeinschaft der ├Âffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD)
Allianz Deutscher Produzenten ÔÇô Film & Fernsehen e.V.
Bundesverband Casting e.V. (BVC)
Bundesverband Regie e.V. (BVR)
Bundesverband Schauspiel e.V. (BFFS)
Bundesvereinigung Maskenbild e.V.
Deutsche Akademie f├╝r Fernsehen e.V.
Deutsche Filmakademie e.V.
Deutscher B├╝hnenverein/ Bundesverband der Theater und Orchester
InteressenVerband Synchronschauspieler e.V. (IVS)
Pro Quote Film e.V.
Verband der Agenturen f├╝r Film, Fernsehen und Theater e.V. (VdA)
Verband der Nachwuchsagenturen e.V. (VDNA)
Verband Deutscher Filmproduzenten
Verband Privater Medien e.V. (VAUNET)
Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)
Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF).

Mehr Infos unter: proquote-film.de

Gewalt gegen Frauen

Bereits Anfang der Neunzigerjahre stand sexuelle Bel├Ąstigung in Arbeitsverh├Ąltnissen in der ├Âffentlichen Debatte. Irgendwann verschwand das Thema jedoch aus dem ├Âffentlichen Bewusstsein. Am 07. Juli 2016 schlie├člich wurde ein Paradigmenwechsel im Sexualstrafrecht beschlossen, nach dem ein "Nein" k├╝nftig zur Verurteilung ausreichen w├╝rde und Sexuelle Bel├Ąstigung als Straftatbestand eingef├╝hrt wurde. Doch schon am 22. August 2016 kam die Ern├╝chterung: Gina-Lisa Lohfink wurde schuldig gesprochen und auf Grund von f├Ąlschlicher Beschuldigung zu 20.000 Euro Geldstrafe verurteilt.
Nun hat die #MeToo-Debatte ausgehend vom Sexismus in der Filmbranche das Spektrum m├Ąnnlichen Machtmissbrauchs vor allem am Arbeitsplatz erneut in die ├Âffentliche Debatte gebracht.

Mehr Links zum Thema Gewalt gegen Frauen:

www.frauen-gegen-gewalt.de

www.medicamondiale.org

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:<

Pro Quote Film - Filmschaffende Frauen fordern FiftyFifty in der Gesamtheit aller Produktionen
"9 Gewerke, 1 Stimme, 10 Forderungen: Pro Quote Film". Filmschaffende Frauen aller Gewerke schlie├čen sich der Initiative der Regisseurinnen an. Mehr als 1200 Unterst├╝tzerinnen aus der Branche haben die Forderung nach einer 50% Quote f├╝r die Vergabe von Auftr├Ągen, F├Ârdergeldern und Rollen unterzeichnet. Mehr zu Pro Quote Film, der 10-Punkte-Forderung, weiteren Vorhaben und Mitmach-M├Âglichkeiten. (2018)

AVIVA-Berlin befragt Barbara Rohm vom Vorstand Pro Quote Regie zur Studie Audiovisuelle Diversit├Ąt? Geschlechterdarstellungen in Film und Fernsehen in Deutschland.
Es gibt eine Schieflage vor und hinter der Kamera. Das Netzwerk Pro Quote Regie fordert anl├Ąsslich der Ergebnisse der Studie eine Diversit├Ątsoffensive in TV und Kino. Nur so kann die deutliche Unterrepr├Ąsentierung von Frauen und gegen Stereotypen in TV und Kino angegangen werden. (2017)

Das B├╝ndnis Pro Quote B├╝hne fordert Parit├Ąt und Reformen und eine Frauenquote von 50 Prozent in allen k├╝nstlerischen Theater-Ressorts.
Das Theater als "moralische Anstalt" benennt gerne Missst├Ąnde und h├Ąlt der Gesellschaft den Spiegel vor. Doch bei Geschlechtergerechtigkeit in den eigenen H├Ąusern liegt vieles noch im Argen. Zeit f├╝r eine neue Spielzeit, fordert der Verein "Pro Quote B├╝hne" und pr├Ąsentiert ein Manifest. (2017)

Pro Quote Regie: LET┬┤S TALK ABOUT MONEY. Lohnungerechtigkeit in der Film- und Fernsehbranche. Resultate und Stimmen nach der 1. Fachtagung zum Thema. Und: DAS PQR - BERLINALE ÔÇô PANEL - Reality Check
Der Gender Pay Gap zwischen M├Ąnnern und Frauen in der Kulturbranche ist eklatant. Ein positives Signal: Die Film- und Fernsehbranche engagiert sich f├╝r mehr Lohngerechtigkeit. ZDF verspricht erste Ma├čnahmen zur Gleichstellung von Regisseurinnen. (2017)

"Nein hei├čt Nein!" wurde im Juli 2016 endlich Gesetz. Das AVIVA-Fazit nach der Prozessbeobachtung gegen Gina-Lisa Lohfink im August: Ern├╝chterung. Eine Chronologie.
07. Juli 2016: Victory! Paradigmenwechsel im Sexualstrafrecht! Ein Nein wird k├╝nftig zur Verurteilung ausreichen! "Sexuelle Bel├Ąstigung" wird als Straftatbestand eingef├╝hrt! 22. August 2016: Alles nur auf dem Papier?! (2016)

PRO QUOTE REGIE zum 2. Diversit├Ątsbericht des Bundesverbandes Regie. Systematische Benachteiligung von Frauen hat weiter zugenommen.
W├Ąhrend die ARD und ihre Filmeinkaufsgesellschaft degeto das Problem auf Initiative von pro PRO QUOTE REGIE erkannt und Verbesserungen angek├╝ndigt haben, stellt sich das ZDF weiterhin taub. Der BVR-Bericht zeigt die ungleiche Zahl der Regieauftr├Ąge im Fernsehen und die Verteilung der Produktionsmittel der Filmf├Ârderungen (2016)

Pro Quote Regie - Zusammenschluss von Regisseurinnen in Deutschland
Die neu gegr├╝ndete Initiative "Pro Quote Regie e.V." ging am 14. Oktober 2014 mit einer Pressekonferenz erstmals an die ├ľffentlichkeit. Sie fordert die Einf├╝hrung einer Frauenquote f├╝r Spielfilme, Serien und Dokumentationen in Deutschland und will bis zum Jahr 2024 einen Frauenanteil in der Regiearbeit von 50 Prozent erreichen. (2014)

"Nein hei├čt Nein!" wurde im Juli 2016 endlich Gesetz. Das AVIVA-Fazit nach der Prozessbeobachtung gegen Gina-Lisa Lohfink im August: Ern├╝chterung. Eine Chronologie.
07. Juli 2016: Victory! Paradigmenwechsel im Sexualstrafrecht! Ein Nein wird k├╝nftig zur Verurteilung ausreichen! "Sexuelle Bel├Ąstigung" wird als Straftatbestand eingef├╝hrt! 22. August 2016: Alles nur auf dem Papier?! (2016)

Anne Wizorek - Weil ein Aufschrei nicht reicht. F├╝r einen Feminismus von heute
Das F in Feminismus steht f├╝r Freiheit. Die Berliner Publizistin und Initiatorin der #aufschrei-Kampagne erkl├Ąrt in ihrem Buch, wie wir gemeinsam eine bessere Gesellschaft f├╝r alle schaffen k├Ânnen. (2014)



Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der BKM und der Gr├╝ndungsmitglieder des Vereins Vertrauensstelle gegen sexuelle Bel├Ąstigung und Gewalt vom 01.06.2018

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