Hatun-Sürücü-Preis 2019: Grüne Fraktion zeichnet Engagement für Mädchen und junge Frauen aus - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2019 - Beitrag vom 02.02.2019


Hatun-Sürücü-Preis 2019: Grüne Fraktion zeichnet Engagement für Mädchen und junge Frauen aus
AVIVA-Redaktion

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus zeichnete am 01.02.2019 zum siebten Mal drei Berliner Projekte und Initiativen mit dem Hatun-Sürücü-Preis aus und erinnert damit auch an Hatun Sürücü. Die Preisverleihung ist zugleich Auftakt der grünen Frauenkampfwochen 2019.



1919 durften Frauen das erste Mal wählen. 100 Jahre später sind wir von echter Gleichberechtigung aber noch weit entfernt. Mädchen und Frauen werden immer noch benachteiligt, ausgegrenzt oder gedemütigt.

Mit ihrem grünen Frauenpreis wollen die Initiatorinnen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Aufmerksamkeit schaffen für diejenigen, die sich täglich für die Chancengleichheit und Selbstbestimmung von Mädchen und jungen Frauen einsetzen: "Diese Projekte, Organisationen und Einzelpersonen verdienen Anerkennung und Unterstützung, denn viel zu oft bleibt diese wertvolle Arbeit im Verborgenen".
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin hat zum Gedenken an Hatun Sürücü und ihren Mut den Hatun-Sürücü-Preis initiiert, der im Jahr 2013 erstmals vergeben wurde.

Hatun Sürücü

Hatun Sürücü, 1982 in Berlin geboren, führte trotz familiärer Zwänge und patriarchaler Strukturen ein selbstbestimmtes und freies Leben – bis zum 7. Februar 2005, der Tag, an dem sie Opfer eines "Ehren"-Mords durch ihren Bruder wurde. Die junge Kurdin hatte sich aus der Zwangsehe mit ihrem Cousin befreit und war mit ihrem Sohn von Istanbul zurück nach Berlin gezogen, um hier ihren Hauptschulabschluss nachzuholen und danach eine Ausbildung zur Elektroinstallateurin zu machen.

Kurz vor dem Abschluss ihrer Gesellinnenprüfung zur Elektroinstallateurin wurde die junge Mutter von ihrem jüngeren Bruder auf offener Straße in der Oberlandstraße in Berlin-Tempelhof erschossen.
Die damals 23-Jährige wurde allein deswegen ermordet, weil sie ein selbstbestimmtes Leben führen wollte.

Der Hatun-Sürücü-Preis

Ausgezeichnet werden drei Initiativen, Projekte oder Einzelpersonen, die sich für das Recht von Mädchen und jungen Frauen auf Selbstbestimmung einsetzen und sie auf diesem Weg fördern und unterstützen. Aus den Bewerbungen hat eine Jury drei Preisträger*innen ausgewählt.

Die drei diesjährigen Preisträger*innen zeigen, wie vielfältig das Engagement aussehen kann.



1. PREIS: MADALENA BERLIN
(500 Euro, gestiftet von Christina Koellner, Prokuristin bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Berlin)

Die Gruppe Madalena-Berlin ist ein Frauenkollektiv von Aktivistinnen*, das mit Hilfe des Forumtheater-Ansatzes Aspekte rund um das Thema Frauenrechte beleuchtet. In einem kollektiven und kreativen Prozess erarbeiten sie Theaterstücke auf Basis der eigenen Geschichten und Erfahrungen der Mitwirkenden. Die Zuschauer*innen werden durch die Verknüpfung des Theaters mit Kunst und Politik dazu aufgefordert, selbst aktiv zu werden. Die Gruppe ist Teil eines weltweiten Magdalena-Netzwerkes welches 20 Gruppen umfasst und in regem Austausch miteinander steht. So organisierten die Magdalenas Berlin 2017 das zweite Internationale Magdalena Theater Festival der unterdrückten Frauen unter dem Motto "Nein heißt Nein". Auch 2018 hat die Gruppe vielfältige Seminare gegeben und mit dem Aufführen ihres Theaterstücks Menschen zum Nachdenken und Mitmachen animiert.

Web: redmagdalena.blogspot.de und www.facebook.com/madalenaberlin

2. PREIS: SPOT ON, GIRLS! – CULTURES INTERACTIVE e.V. & SPRINGSTOFF
(300 Euro, gestiftet von Ramona Pop, Bürgermeisterin und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe)

Das vom feministischen Berliner Musiklabel Springstoff und dem Verein Cultures Interactive e.V. gemeinsam ins Leben gerufene Projekt der genderreflektierten Empowerment-Arbeit startete im Mai 2016. Es fördert die Begegnung zwischen geflüchteten und nicht-geflüchteten Berliner*innen. In Workshops können die 12-20 Jahre alten Teilnehmer*innen aus Mädchenzentren und Geflüchteteneinrichtungen sich u.a. durch das Erlernen von HipHop, Comiczeichnen und Skateboardfahren eigene Ausdrucksformen der urbanen Kultur aneignen. Dies ermöglicht ihnen die Nutzung des urbanen Raums mitzugestalten. Durch den Peer-to-Peer-Ansatz begegnen sich die Mädchen auf Augenhöhe, ein wertschätzender Umgang mit Diversität und der einhergehende Abbau von Sprachbarrieren wird zur Selbstverständlichkeit. Das Projekt bietet Workshops in sechs Bezirken an und arbeitete bisher mit ca. 100 Mädchen zusammen.

Ein Projekt von: Cultures interactive e.V. & Springstoff
Web: cultures-interactive.de und www.springstoff.de

3. PREIS: M-POWER KOMMMIT e.V.
(200 Euro, gestiftet von Beate Roll, Landesverband Berlin Unternehmerfrauen im Handwerk e.V.)

Das Projekt M-Power rund um die Projektleiterin Mervete Bobaj setzt sich für das Empowerment von Mädchen mit Flucht- und Migrationserfahrungen ein. Durch verschiedene Angebote wie ein Mentoring-Programm, ein Ferien-Campus, sowie kulturelle und politische Bildung und einer Filmwerkstatt werden die teilnehmenden Mädchen und jungen Frauen motiviert, die Gesellschaft aktiv mitzuformen und ihren persönlichen Lebensweg selbstbestimmt zu gestalten. Durch die Stärkung ihrer sozialen und kulturellen Ressourcen, der schulischen Kompetenzen und Unterstützung bei der beruflichen Orientierung, werden die Mädchen auf ihrem Lebensweg begleitet und können ihre Potentiale entfalten.

Ein Projekt von: KommMit e.V.
Web: mpower-maedchen.de



Die Jury 2019

Die Preisträgerinnen und -träger wurden von einer fünfköpfigen Jury ausgewählt. 2019 konnten die Verlagsgründerin und Dolmetscherin Marianne Ballé Moudoumbou, die Autorin, Aktivistin und Coach Laura Gehlhaar, sowie die Musikerin und Aktivistin Fatou Madniang Diatta als Jurorinnen gewonnen werden:

Marianne Ballé Moudoumbou, Diplom-Dolmetscherin und Verlagsgründerin, studierte und war in Frankreich, Deutschland, England, Spanien, Mexiko und Ghana tätig. Sie ist in zahlreichen Organisationen engagiert und hat viele davon mitbegründet, wie den Zentralrat der Afrikanischen Gemeinde in Deutschland, die Panafrikanische Frauenorganisation PAWLO und das Bundeselternnetzwerk der Migrantenorganisation für Bildung und Teilhabe (bbt). Sie setzt sich für die offizielle Anerkennung der von europäischen Ländern verübten Völkermorde und Verbrechen ein.

Laura Gehlhaar, geb. 1983 in Düsseldorf, hat Sozialpädagogik in Holland und in Berlin studiert und arbeitet heute als Aktivistin, Autorin und Coach. Sie hält Vorträge über Inklusion und Barrierefreiheit und schreibt in ihrem Blog "Frau Gehlhaar" über das Großstadtleben und das Rollstuhlfahren. Im September 2016 erschien ihr erstes Buch "Kann man da noch was machen?" im Heyne Verlag.

Fatou Mandiang Diatta, Musikerin und Aktivistin, lebt seit 2006 in Berlin und hat sich als Rapperin Sista Fa erfolgreich in einer Männerdomäne durchgesetzt. Ihr erstes Album wurde bei den senegalesischen Hip-Hop-Awards ausgezeichnet. 2009 erschien ihr europäisches Debüt "Sarabah – Tales From The Flipside Of Paradise", in dem sie unter anderem Genitalverstümmelung und Zwangsverheiratung junger Mädchen in ihrer Heimat thematisiert. Sie ist von Terre des Femmes als Change Agent ausgebildet und hat die Initiative "education sans mutilation" ins Leben gerufen.

In der Jury waren für die Grünen-Fraktion:
Anja Kofbinger, Sprecherin für Frauen-, Gleichstellungs- und Queerpolitik
Susanna Kahlefeld, Sprecherin für Partizipation und Beteiligung

Weitere Informationen zum Hatun-Sürücü-Preis und zur Preisverleihung finden Sie unter:
www.gruene-fraktion-berlin.de

Die Preisverleihung ist zugleich Auftakt der grünen Frauenkampfwochen 2019. Mehr Infos:

gruene-fraktion.berlin

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Hatun-Sürücü-Preis 2018 und Gedenkveranstaltung zum 13. Todestag von Hatun Sürücü am 7. Februar 2018. Benennung der Autobahnbrücke BAB A 100 in Hatun-Sürücü-Brücke
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus zeichnete am 2. Februar 2018 zum sechsten Mal drei Berliner Projekte und Initiativen mit dem Hatun-Sürücü-Preis aus. 1. PREIS: DONYA – TRANSKULTURELLE MÄDCHEN WG, 2. PREIS: VON MEISTERHAND e.V., 3. PREIS: SCHILLERIA GIRLSCLUB. "Mit dem grünen Preis für die Förderung der Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen rücken wir die Menschen in den Vordergrund, die sich oft im Stillen, aber mit Tatkraft und viel Herz für die Selbstbestimmung von Mädchen und jungen Frauen engagieren. Zugleich erinnern wir mit dem Preis an Hatun Sürücü, die am 7. Februar 2005 von einem ihrer Brüder ermordet wurde, weil sie ihr Leben selbstbestimmt und frei führen wollte." (2018)

Hatun-Sürücü-Preis 2017 – Grüne Fraktion zeichnete am 3. Februar zum fünften Mal drei Berliner Projekte und Initiativen aus
Damit rückt sie Menschen in den Fokus, die sich für Mädchen und junge Frauen engagieren. Zugleich erinnern sie an Hatun Sürücü, die am 7. Februar 2005 von einem ihrer Brüder ermordet wurde, weil sie ein selbstbestimmtes Leben führen wollte. Gedenkveranstaltungen für Hatun Sürücü am 7. Februar in Berlin. (2017)

Hatun-Sürücü-Preis 2016 – Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zeichnete Engagement für Mädchen und Frauen aus
Am 5. Februar 2016 wurden zum vierten Mal drei Berliner Projekte und Initiativen gewürdigt: 1. Preis: Mama Afrika e.V. 2. Preis: Interkultureller Mädchentreff Albatros gGmbH. 3. Preis: Afghanisches Kommunikations- und Kulturzentrum e.V.
Ziel des Frauenrechtspreises ist es, Menschen in den Vordergrund zu rücken, die sich oft im Stillen mit viel Tatkraft für die Emanzipation und Gleichberechtigung von Mädchen und junge Frauen einsetzen.

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin lobt zum vierten Mal den Hatun-Sürücü-Preis aus Hatun Sürücü wurde am 7. Februar 2005 Opfer eines sogenannten Ehrenmordes. Die junge Mutter hatte sich aus einer Zwangsehe befreit und danach ein selbstbestimmtes Leben in Berlin geführt. Kurz vor dem Abschluss ihrer Gesellinnenprüfung zur Elektroinstallateurin wurde sie von einem ihrer Brüder erschossen. Sie wurde nur 23 Jahre alt. (2015)

Hatun Sürücü-Brücke für 2016 geplant Am 7. Februar 2005 wurde die damals 23jährige alleinerziehende Kurdin in Berlin-Neukölln Opfer eines "Ehren"mords, weil sie selbstbestimmt leben wollte. Diverse Initiativen wie TERRE DES FEMMES unterstützen von Gewalt betroffene Frauen. (2013)

Copyright Fotos: Ina Rosenthal
Quelle: Pressestelle Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, 1. Februar 2019




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