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AVIVA-BERLIN.de 10/16/5780 - Beitrag vom 03.04.2020


25 Jahre Stiftung ZURÜCKGEBEN
Stiftung ZURÜCKGEBEN

Seit einem Vierteljahrhundert fördert die Stiftung ZURÜCKGEBEN als einzige Institution in Deutschland explizit jüdische Frauen in Kunst und Wissenschaft. 1994 wurde sie gegründet, ein Jahr später konnten die ersten Fördermittel vergeben werden. Seitdem hat ZURÜCKGEBEN etwa 180 Projekte mit weit über einer halben Million Euro finanziell unterstützt. Mehr zu den Stipendiatinnen, ihren Projekten und zur Stiftung ZURÜCKGEBEN hier auf AVIVA-Berlin.



Stipendien erhielten und erhalten Frauen jeden Alters und verschiedenster Herkünfte – Filmemacherinnen, Bildende und Multimedia-Künstlerinnen, Tänzerinnen und Choreografinnen, Autorinnen, Musikerinnen, Kultur- und Sozialwissenschaftlerinnen, Historikerinnen, Ökonominnen und Physikerinnen. Die Förderung stellt in vielen Fällen eine erstmalige öffentliche Würdigung der Arbeit der Stipendiatinnen dar und gibt ihnen die Möglichkeit, gesehen und gehört zu werden, aber auch individuelle und kollektive Erinnerung(en) weiterzugeben.

Der programmatische Name »Zurückgeben« verweist auf die Tatsache, dass während der NS-Herrschaft viele einzelne, aber auch die ganze »deutsche Volksgemeinschaft« direkt und indirekt, willentlich und strukturell von der Entrechtung, Enteignung und Ermordung der Juden Europas profitiert haben, über »Arisierung«, Raubgut – von Gemälden, über Möbel bis zu Geschirr – oder auch durch die Einnahme beruflicher Positionen, die zuvor Juden und Jüdinnen inne hatten, und der Name verweist darauf, dass durch die eingeworbenen Mittel der Stiftung zumindest symbolisch ein kleiner Bruchteil dessen »zurückgegeben« werden sollte.

Die Idee für die Stiftung hatte eine Initiativgruppe jüdischer und nichtjüdischer Frauen, die vermuteten, dass es sich – wie bei Hilde Schramm, der Tochter des »Architekten Hitlers«, Albert Speer – bei den Erbschaften, die sie gemacht hatten, um Raubgut handelte. Da sie trotz intensiver Recherche deren ursprüngliche BesitzerInnen nicht ausfindig machen konnten, bildete der Erlös der Verkäufe das Gründungskapital der Stiftung. Den Namen der Stiftung ZURÜCKGEBEN hat die Berliner Kinderärztin und Familientherapeutin Marguerite Marcus gefunden.


Das war in den 1990er Jahren. Heute ist es noch wesentlich schwieriger, real etwas zurückzugeben. Es gibt kaum noch Überlebende des Holocaust und die lange gesellschaftliche Verdrängung der Beraubung hat die meisten Spuren verwischt. Auch die Täter von damals sind größtenteils nicht mehr am Leben. Dennoch versucht die Stiftung ihre Arbeit fortzusetzen und appelliert immer wieder auch an die Nachgeborenen, in Form von Spenden etwas »zurückzugeben«, auch ohne selbst schuldig geworden zu sein, auch ohne ein eigenes familienbiografisches Motiv – vielmehr aus Einsicht und Verantwortung.

»In einer Zeit, in der 50 Prozent der 14- bis 16-Jährigen in Deutschland nicht wissen, wofür Auschwitz steht, in einer Zeit, in der Politiker einer Partei den Nationalsozialismus als ´Vogelschiss der Geschichte´ bezeichnen und in der wieder Synagogen und jüdische Menschen angegriffen werden, ist es immanent wichtig, zu erinnern«, so Sharon Adler, Vorstandsvorsitzende der Stiftung ZURÜCKGEBEN. »Und auch, den Beitrag aufzuzeigen, den Jüdinnen heute wieder für Kultur und Gesellschaft in Deutschland leisten und sie dabei zu unterstützen.«

Unterstützen auch Sie die Stiftung ZURÜCKGEBEN mit einer Spende, damit auch zukünftig Stipendien an jüdische Frauen vergeben werden können!

Die Stiftung ZURÜCKGEBEN freut sich außerdem, wenn Sie in Ihren Netzwerken und/oder Medien über die Stiftung ZURÜCKGEBEN und die von ihr geförderten Projekte und die Stipendiatinnen berichten. Gern vermittelt die Stiftung ZURÜCKGEBEN Interviews mit den Stipendiatinnen, dem Vorstand sowie den Gründungsmitgliedern der Stiftung. Bitte richten Sie Ihre Anfragen entweder per E-Mail oder telefonisch direkt an die Stiftung.

ZURÜCKGEBEN
Stiftung zur Förderung Jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft

Merseburger Straße 3
D-10823 Berlin
Tel.: +49 30 - 42 02 26 45
E-Mail: info@stiftung-zurueckgeben.de

Web: www.stiftung-zurueckgeben.de sowie www.facebook.com/zurueckgeben

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Die Stiftung ZURÜCKGEBEN fördert Jüdisches Leben in Deutschland – 2020 erhalten zehn jüdische Frauen aus Kunst und Wissenschaft ein Stipendium
Die Stiftung ZURÜCKGEBEN freut sich, ihre Stipendiatinnen für das Jahr 2020 bekannt geben zu können, die Projektförderungen in Gesamthöhe von 30.050 Euro erhalten haben: Noa Heyne, Zehava Khalfa, Shlomit Lasky, Tatjana Moutchnik, Anna Nero, Rebeca Ofek, Slata Roschal, Sharon Ryba-Kahn, Maria Winiarski und Rachel Wells. Mazal tov! Mehr zu den Stipendiatinnen, ihren Projekten und zur Stiftung ZURÜCKGEBEN hier auf AVIVA-Berlin.

Die Stiftung ZURÜCKGEBEN fördert Jüdisches Leben in Deutschland – 2019 erhalten 16 jüdische Frauen aus Kunst und Wissenschaft ein Stipendium
Die Stiftung ZURÜCKGEBEN freut sich, ihre Stipendiatinnen für das Jahr 2019 bekannt geben zu können, die Projektförderungen in Gesamthöhe von 35.000 Euro erhalten haben: Dr. Ruth Zeifert, Dr. Yael Almog, Reut Shemesh, Shlomit Tulgan, Marina Rosemann, Yael Peri, Rahel Melis, Tama Tobias-Macht, Viktoria Lewowsky, Sofia Sokolov, Atalya Laufer, Salit Krac, Clara Henssen, Olga Grigorjewa, Gali Blay und Dr. Hila Amit. Mazal tov! Mehr zu den Stipendiatinnen, ihren Projekten und zur Stiftung ZURÜCKGEBEN hier auf AVIVA-Berlin.

Die Stiftung ZURÜCKGEBEN fördert Jüdisches Leben in Deutschland – 2018 erhalten 17 jüdische Frauen aus Kunst und Wissenschaft ein Stipendium
Die Stiftung ZURÜCKGEBEN freut sich, ihre Stipendiatinnen für das Jahr 2018 bekannt geben zu können, die Projektförderungen in der Gesamthöhe von 20.000 Euro erhalten haben: Si Wachsmann, Dina Velikovskaya, Anja Schindler, Nataly Elisabeth Savina, Ella Ponizovsky Bergelson, Deborah Petroz-Abdeles, Miriam Pelzman, Dr. Janine Cunea. Ewa Einhorn. Alexandra Elkonina. Lau Feldstain. Adi Halfin. Sapir Heller. Gabriela Hermer. Valeria Livshits. Yael Nachshon Levin. Ella Ponizovsky Bergelson.

Die Stiftung ZURÜCKGEBEN fördert Jüdisches Leben in Deutschland – im Jahr 2017 erhalten fünf jüdische Frauen aus Kunst und Wissenschaft ein Stipendium
Die Stiftung ZURÜCKGEBEN freut sich, ihre Stipendiatinnen für das Jahr 2017 bekannt geben zu können, die Projektförderungen in der Gesamthöhe von 20.000 Euro erhalten haben: Tal Alon, Gamma Bak, Lee Meir, Maria & Natalia Petschatnikov und Donna Swarthout

Die Stiftung ZURÜCKGEBEN fördert Jüdisches Leben in Deutschland – im Jahr 2016 erhalten fünf jüdische Frauen aus Kunst und Wissenschaft ein Stipendium
Informationen zu den vielfältigen wissenschaftlichen und künstlerischen Projekten sowie zu deren engagierten Initiatorinnen und zur Stiftung ZURÜCKGEBEN hier auf AVIVA-Berlin. Unterstützen Sie die Stiftung, damit weitere Stipendien an jüdische Frauen vergeben werden können.

Stiftung ZURÜCKGEBEN und Stiftung EVZ fördern jüdisches Leben in Deutschland – im Jahr 2015 erhalten 13 jüdische Frauen aus Kunst und Wissenschaft ein Stipendium

Jüdische weibliche Identitäten sichtbar machen
Am 17. November 2016 fand die Vorstellung der Stipendiatinnen der Stiftung ZURÜCKGEBEN aus dem Förderzweig "Jüdische weibliche Identitäten heute" in den Räumen der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ) statt. Alle neun Stipendiatinnen werden ausführlich in einem Katalog vorgestellt, der von Sharon Adler und Judith Kessler mit Unterstützung der Stiftung EVZ erstellt wurde. Dieser Katalog beschreibt auf mehr als 40 Seiten nicht nur die Projekte und Intentionen der Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen, sondern eröffnet außerdem den Blick auf biografische Details und die ganz persönlichen jüdischen Identitäten der vorgestellten Frauen. Der Katalog ist kostenlos erhältlich.

Quelle: Pressemitteilung



Jüdisches Leben Beitrag vom 03.04.2020 AVIVA-Redaktion 





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