Pessach - Wein und Bitterkraut. Sammlungsaufruf: Das Jüdische Museum Berlin bittet um Videos, Fotos und weitere Dokumentationen - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Juedisches Leben



AVIVA-BERLIN.de 8/6/5781 - Beitrag vom 08.04.2019


Pessach - Wein und Bitterkraut. Sammlungsaufruf: Das Jüdische Museum Berlin bittet um Videos, Fotos und weitere Dokumentationen
Sharon Adler

"Ma nischtanah haleila haze mikol haleilot?" - "Was unterscheidet diese Nacht von allen anderen Nächten?" Das Pessachfest, eines der Hauptfeste des Judentums steht vor der Tür. Und in diesem Jahr wird vieles an diesem Pessach anders sein...Pessach in Corona-Zeiten




NEWS vom 07. April 2020Pessach in Zeiten von Corona. Sammlungsaufruf: Das Jüdische Museum Berlin sucht Videos, Fotos und weitere Dokumentationen für die Sammlungen.


Vieles wird dieses Jahr am Seder-Abend anders sein. Vor allem werden viele Familien und FreundInnen nicht wie gewohnt gemeinsam um einen Tisch sitzen können.
Wie feiern Sie den Seder-Abend, wenn kein Kind da ist, um das Ma nischtana zu singen? Wie sieht Ihre Seder-Platte aus, wenn vielleicht nicht mehr alles rechtzeitig besorgt werden konnte? Ist das Haus dieses Jahr besonders gut von Chamez gesäubert? Kommen Sie für den Seder-Abend virtuell mit Familie und Freund*innen zusammen? Wie unterstützen Sie Personen, die den Seder allein in Isolation verbringen müssen?
Das Jüdische Museum Berlin möchte diese Ausnahmesituation für die Zukunft dokumentieren und deshalb eine kleine Sammlung über den Seder während der COVID-19-Pandemie anlegen.
Bitte schicken Sie uns Bilder und kleine Videos, schreiben Sie uns Ihre Gedanken dazu auf, machen Sie Fotos von gedruckten und digitalen Aufrufen und Informationen.
Ihren Beitrag senden Sie bitte per e-mail an folgende Adresse: zeitgeschichte@jmberlin.de. Für Fragen steht die Kuratorin für Zeitgeschichte, Tamar Lewinsky zur Verfügung.

Der Sammlungsaufruf, auf Deutsch und Russisch sowie mehr Infos unter: www.jmberlin.de




Vor allem die Frauen waren es, die den Auszug aus Ägypten erst möglich machten.
Die Hebammen Puah und Schifrah, die den Befehl des Pharaos verweigerten, alle männlichen jüdischen neugeborenen Söhne zu töten. Die älteste Tochter aus dem Haus Levi, die Prophetin Miriam, die ihren Bruder Moses rettete, indem sie ihn in einem Schilfkörbchen im Nil aussetzte, in der Hoffnung, er werde von der Tochter des Pharaos gefunden. Der Plan ging auf und der Rest ist Geschichte...
Die Geschichte:
Im biblischen Buch Exodus wird von der Gefangenschaft der Israeliten in Ägypten und ihrer Flucht vor mehr als 3000 Jahren erzählt.
Ein überstürzter Aufbruch, der damals ein ganzes Volk in die Freiheit führte - so überstürzt, dass der Teig für das Brot in der Eile nicht auf die gewohnte Weise zubereitet werden konnte:
Es konnte nicht darauf gewartet werden, bis das Brot aufgegangen war, und musste es deshalb vom Ofen nehmen, als es noch flach war.

MazzotIn Erinnerung an diese Begebenheit ernährt frau/man sich noch heute während des Pessachfestes ausschließlich von ungesäuerten Nahrungsmitteln.
Im Mittelpunkt des Festes stehen die ersten beiden Abende: die Sederabende. Das Wort "Seder" bedeutet "Ordnung" und meint, dass die Feiern einer bestimmten Aufeinanderfolge von Elementen entsprechen.
Die "Haggadah", die Geschichte des Auszugs aus Ägypten wird verlesen, manche Elemente werden "nachgespielt", mittendrin wird ein normalerweise gigantisches Festmahl eingebaut.
Der Seder ist kein ernsthaftes und feierliches Ritual, er soll Spaß machen, den Kindern, aber auch den Erwachsenen.

Martin Buber schrieb:
"Zu Pessach wird jede feiernde Generation mit der ersten vereint und mit allen, die ihr folgten. Wie bei jenem ersten Pessach die Familien sich zu einem lebendigen Volk vereinten, so vereinen sich in der Pessachnacht die Generationen unseres Volkes Jahr um Jahr."

Gutes Essen, reichlich guter Wein und Lieder sorgen dafür, dass der lange Abend schnell vergeht. Aber er prägt sich auch ein: niemand, die/der einmal als jüngstes Kind das "mah nischtana..." gesagt hat, die Frage, die zu Beginn der Feier gestellt wird und auf die als Antwort die Geschichte verlesen wird, vergisst je, um was es bei diesem Fest geht.

PessachViele Elemente der Feier haben diese Funktion, sie versinnbildlichen Einzelheiten aus der Auszugsgeschichte:
"Mazza", das flache, brüchige ungesäuerte Brot muss am Seder auf dem Tisch stehen (und muß gegessen werden!), genauso wie "Karpas", ein Gemüse (Sellerie, Petersilie oder auch gekochte Kartoffel), ein Symbol für Frühling und Fruchtbarkeit, "Maror", "Bitterkraut", meist Meerrettich, als Erinnerung an die bittere Zeit in Ägypten, "Charoset", eine feste Mischung aus geriebenen Äpfeln, Nüssen und Wein, mit Zimt gewürzt, als Reminiszenz an den Lehm, der in Ägypten bei der Zwangsarbeit an den Monumentalbauten verwendet wurde, ein Lamm oder Hühnerknochen sowie ein Ei als Erinnerung an die Zerstörung des Tempels in Jerusalem und vier Becher Wein als Symbol für Freude.

Wer Lust auf die kulinarischen Freuden des Festes bekommen hat:
Mazzot sind in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen (z.B. mit Schokolade oder mit Orangengeschmack) erhältlich. Auch die Kekse und Kuchen, die daraus hergestellt werden, sind köstlich!

Zum Schluss noch ein Tipp zum Nachkochen:

Mazzeklöße

2-3 Mazzot (erhältlich in koscheren Lebensmittelläden, aber auch in manchen gut sortierten Lebensmittelabteilungen größerer Kaufhäuser)
1-2Eßl. Mazzenmehl (s.o.)
40 g Fett
1 kleine Zwiebel
1-2 Eier
1 Prise Ingwer
Salz
1-2 Teel. gehackte Petersilie

Mazzot einweichen und über einem Sieb trocknen lassen. Zwiebelwürfel in Fett glasieren, Mazze anbraten, abgekühlt mit Eiern, dem Mazzenmehl und Gewürzen vermischen. Klöße formen, ca. 5 Minuten in Suppe kochen.

Pessach 5780/2020: Sederabend am 08. April, 1. Tag Pessach am 09. April, bis Pessach-Ende am 16. April

Mehr zu Pessach auf haGalil.com:

www.hagalil.com/judentum/feiertage/pessach.htm
Eine Pessach-Haggadah für Yachad finden Sie online unter: www.hagalil.com/deutschland/berlin/gruppen/pessach.htm

Den Veranstaltungskalender der Jüdischen Gemeinde Berlin und Veranstaltungen zu Pessach können Sie unter folgendem Link abrufen: www.jg-berlin.org.


AVIVA-Berlin wünscht allen LeserInnen trotz und besonders in dieser Ausnahme-Zeit von Corona ein koscheres und fröhliches, vor allem ein gesundes Pessach Sameach - Chag Pessach sameach ve kasher!

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Israelisch kochen - Katrin Richter und Martin Krauß. Internationale jüdische Festmahlzeiten - Miriam Magall. Gefillte Fisch und Lebensstrudel - Helene Maimann

Eva Lezzi und Anna Adam - Chaos zu Pessach

Lichtigs herrliche Postkarten - eine Judaica Edition. Herausgegeben von Nea Weissberg

Literatur:

Zu Pessach sollte auf keinem Sedertisch die wunderschöne Pessach Haggada mit Faksimile-Reproduktionen mittelalterlicher illuminierter Handschriften aus der berühmten Sammlung der British Library fehlen. Diese ist sowohl in Deutsch/Hebräisch/Transliteration in lateinischer Schrift als auch auf Russisch mit kyrillischer Transliteration des Hebräischen noch kurzfristig im Verlag Hentrich & Hentrich erhältlich
Die Pessach Haggada

Deutsch / Hebräisch / Transliteration in lateinischer Schrift
Herausgegeben und kommentiert von Rabbiner Michael Shire
gemeinsam mit Rabbiner Walter Homolka, Rabbiner Andreas Nachama, Rabbiner Jonah Sievers
Mit Faksimile-Reproduktionen von Buchmalereien und Handschriften aus der British Library
Aus dem Hebräischen von Annette Böckler
Mit einer Transliteration von Rabbiner Jonah Sievers
64 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3-942271-89-9, EUR 24,90

Russisch / Hebräisch / Transliteration in kyrillischer Schrift
Ins Russische übersetzt von Yuriy Tkachov
ISBN: 978-3-95565-047-6, EUR 24,90
Pünktlich zum Pessachfest erscheint eine neue Haggada mit schönen alten Illustrationen und Umschrift als neue deutsche Ausgabe im Berliner Verlag Hentrich & Hentrich.

Die Pessach Haggada. Hg: Michael Shire, Walter Homolka, Andreas Nachama, Jonah Sievers. 64 Seiten, Hentrich & Hentrich 2013, 24,90


Mehr Infos in der Rezension von Judith Kessler im jüdischen berlin und Bestellung auf Hentrich & Hentrich

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Weiterlesen auf AVIVA-Berlin: Mein erstes jüdisches Bilderbuch


"Meine erste Haggada" von Susan Fischer Weis, überarbeitet von Claudia Fehr-Levin
erschien am 1. März 2013 im Ariella Verlag
In 14 einfachen Schritten führt diese farbenfrohe Haggada für 3-7 Jahre alte Kinder in Deutsch/Hebräisch oder Russisch/Hebräisch durch den Seder.



Direkt zu bestellen unter: www.ariella-verlag.de






Jüdisches Leben

Beitrag vom 08.04.2019

Sharon Adler 






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Rosh HaShana 5781 - Shana tova u-metuka!

AVIVA wishes you a sweet, healthy and happy Rosh HaShana!
AVIVA wünscht ein süßes, glückliches, friedliches und gesundes Neues Jahr 5781!

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