Carrie - ein Film von Kimberly Peirce mit Chlo├ź Grace Moretz und Julianne Moore. Ab 5. Dezember 2013 im Kino - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kultur
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

VOM BAUEN DER ZUKUNFT ÔÇô 100 JAHRE BAUHAUS WOHNE LIEBER UNGEW├ľHNLICH Die Pariserin ÔÇô Auftrag Baskenland
AVIVA-Berlin > Kultur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 04.12.2013

Carrie - ein Film von Kimberly Peirce mit Chlo├ź Grace Moretz und Julianne Moore. Ab 5. Dezember 2013 im Kino
Britta Meyer

Niemand will sein wie Carrie White: in der Schule wird sie von ihren Mitsch├╝lerInnen grausam gemobbt und zuhause predigt ihr eine wahnhaft religi├Âse Mutter Selbsthass und K├Ârperfeindlichkeit.



Als sie mit dem Einsetzen ihrer Menstruation pl├Âtzlich lange unterdr├╝ckte telekinetische F├Ąhigkeiten entwickelt und mensch sie auf dem Abschlussball der Highschool mit einem b├Âsen Streich einmal zu oft ├Âffentlich erniedrigt, kommt es zur Katastrophe...

Aus dem Urban Dictionary:

" ┬┤taking Carrie to the prom┬┤ - A more vivid way of telling someone that you┬┤re menstruating"

Die Story von Stephen Kings Erstlingsroman ist ebenso bekannt, wie die durch Brian de Palma adaptierte Filmversion von 1976. Aber muss mensch ein Original neu verfilmen, das solche Spuren in der Popkultur hinterlassen hat? Zum Gl├╝ck versucht Regisseurin Kimberly Peirce nicht einfach, die Vorlage zu kopieren, sondern beleuchtet stattdessen andere Details der Geschichte st├Ąrker und gibt den Charakteren mehr Raum f├╝r Nuancen - Fans des Originals k├Ânnen dabei viele kleine Referenzen an de Palma und an den Roman entdecken. Zwar scheint Chlo├ź Grace Moretz ├╝ber weite Strecken des Remakes eine Fehlbesetzung zu sein - sie ist zu konventionell attraktiv f├╝r die Rolle, ihre scheue und geduckte K├Ârpersprache zu ├╝bertrieben gespielt. Allgemein sind die Figuren jedoch weniger holzschnittartig und glaubhafter in ihren Motivationen und Reaktionen, als noch bei de Palma.

Feminin kodierter Schrecken

Der weibliche K├Ârper ist im Horrorfilmgenre eine allzu beliebte Projektionsfl├Ąche f├╝r alle Arten von ├ängsten und "Carrie" vereint die klassischen Zutaten echten female body horrors: Adoleszenz, eine dominante und schreckliche Mutterfigur sowie weibliche Sexualit├Ąt und Reproduktion als monstr├Âse Bedrohungen. Eine zutiefst misogyne Geschichte also? Nicht wirklich. Weder Carrie noch ihre F├Ąhigkeiten werden als b├Âsartig gezeichnet, die destruktive Kraft geht immer von ihrem famili├Ąren und sozialen Umfeld aus, wo ihr K├Ârper verteufelt oder l├Ącherlich gemacht wird und wo jenseits starrer Stereotypen keine weibliche Menschlichkeit existieren darf.

Angesichts der schrecklich echten und aktuellen Horrorgeschichten aus Steubenville, Maryville, Bartow und so vielen anderen "ganz normalen" Orten ist hier das neu eingef├╝gte moderne Detail des gezielten Cyber-Bullying besonders verst├Ârend: wo Carries Mobbing fr├╝her schon unertr├Ąglich war, erhalten die t├Ąglichen gedankenlosen Dem├╝tigungen jetzt ├╝ber Handykameras und Social Media noch eine zus├Ątzliche Dimension der Grausamkeit. Der Film verdient daher gleich mehrere Triggerwarnungen ÔÇô auch systematische, k├Ârperliche und emotionale Kindesmisshandlung (absto├čend, gewaltt├Ątig und gro├čartig gespielt: Julianne Moore als Carries Mutter) sowie selbstverletzendes Verhalten werden bedr├╝ckend realistisch dargestellt.

Prom Night

De Palma hatte die fatalen Momente der Ballnacht noch mit Hilfe von Split-Screen, Sound- und Lichteffekten als leicht verzerrte und traumartig unwirkliche Sequenzen inszeniert, Peirce l├Ąsst jetzt die geballte Wucht moderner Filmm├Âglichkeiten auf ihr Publikum los, inklusive einst├╝rzender Mauern, aufrei├čender Stra├čen, in Zeitlupe splitterndem Glas und reichlich Splatter. Wo Sissy Spacek durch ihre blo├če Pr├Ąsenz als reglose Alptraumgestalt inmitten von Chaos und Zerst├Ârung im Ged├Ąchtnis blieb, kostet Moretz┬┤ Carrie ihre Rache gen├╝sslich aus - ihr sadistisches Grinsen ist auf seine Weise genauso grausig, wie fr├╝her Spaceks schockstarr eingefrorenes Gesicht.

AVIVA-Tipp: Wenn ein zuckers├╝├čes Aschenputtelszenario auf brutale Highschool-Bullies trifft, dann wird Blut flie├čen und die Stadt brennen. Handfester Horror f├╝r dunkle Winterabende, der sich langsam hochschraubt und in gr├╝ndlichem Desaster endet.

Zur Regisseurin: Kimberly Peirce, geboren 1967 in Harrisburg, Pennsylvania, schloss an der University of Chicago ein Studium der Englischen und Japanischen Literatur ab, bevor sie an der Columbia University Film lernte. Ihr erster Kinofilm, "Boys Don┬┤t Cry" (1999) ├╝ber das Leben und die Ermordung des jungen Transsexuellen Brandon Teena gewann einen Oscar, zwei Golden Globes, zwei Satellite Awards und den GLAAD Media Award for Outstanding Film. "Carrie" ist ihr dritter Spielfilm.

Zu den Hauptdarstellerinnen:

Chlo├ź Grace Moretz
, geboren 1997 in Atlanta, spielte schon als Kind in mehreren Werbespots mit, bevor sie 2004 in der TV-Serie "The Guradian" eine Rolle erhielt und 2005 in ihrem ersten Spielfim "Heart of the Beholder" und noch im selben Jahr im Horrorstreifen "The Amityville Horror" zu sehen war. Seitdem spielte sie unter anderem in Tim Burtons┬┤s "Dark Shadows" (2012) und erhielt f├╝r ihre Arbeit in "Let Me In" (2010) und "Kick Ass" (2010) mehrere Auszeichnungen.

Julianne Moore wurde 1960 als Julie Anne Smith in Fayetteville geboren. Sie studierte Theaterwissenschaften am College of Fine Arts der Boston University und spielte danach auf Theaterb├╝hnen und von 1985 bis 1988 in der Serie "As the World Turns". 1990 erschien sie in ihrem ersten Film, "Tales from the Darkside" Seitdem spielte sie unter anderem in "The Big Lebowski" (1998), "Magnolia" (1999), "The Hours" (2002) und "A Single Man" (2009). Unter anderem gewann sie bereits den Daytime Emmy Award, den Coppa Volpi des Internationalen Film Festivals von Venedig, den Silbernen B├Ąren der Internationale Filmfestspiele Berlin und einen Golden Globe.


Carrie
USA, 2013
Verleih: Sony
Regie: Kimberly Peirce
DarstellerInnen: Chlo├ź Grace Moretz, Julianne Moore, Judy Greer, Ansel Elgort, Gabriella Wilde, Portia Doubleday, u.a.
Produktion: Kevin Misher
Drehbuch: Roberto Aguirre-Sacasa
Kamera: Steve Yedlin
Kost├╝me: Luis Sequeira
Schnitt: Nancy Richardson, Lee Percy
FSK: ab 16 Jahren
Kinostart: 5. Dezember 2013
www.carrie-film.de



Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

A Single Man. Nach dem Roman von mit Christopher Isherwood mit Julianne Moore

Das Gl├╝ck der gro├čen Dinge - Ein Film von David Siegel und Scott McGehee mit Julianne Moore

Wilde Unschuld - Savage Grace

Suizide, Bisexualit├Ąt und der Wert des Lebens

All the Boys love Mandy Lane - ein Film von Jonathan Levine

Black Swan - ein Film mit Natalie Portman












Kultur Beitrag vom 04.12.2013 Britta Meyer 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken