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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 14.01.2014

Sue Donaldson und Will Kymlicka - Zoopolis
Clarissa Lempp

Autorin Sue Donaldson und Philosoph Will Kymlicka erkl├Ąren Tiere zu Staatsb├╝rgern in ihrer "politischen Theorie der Tierrechte". Ein wichtiges Buch ├╝ber das Machtverh├Ąltnis zwischen Mensch und Tier



Auch wenn viele sie heute au├čer als Nachbarshund im t├Ąglichen Leben nicht wahrnehmen ÔÇô Tiere leben mit uns und lassen t├Ąglich ihr Leben f├╝r uns. Wir bestimmen ├╝ber sie, qu├Ąlen und t├Âten Tiere, vernichten ihren Lebensraum und rotten ganze Arten aus. Verst├Ąndlicherweise fordern da manche radikale Tiersch├╝tzerInnen die v├Âllige Aufgabe von Haustier- und Nutztierhaltung und die Trennung von menschlichen und tierischen Lebensbereichen. Aber w├Ąre so ein "Kontaktverbot" ├╝berhaupt umsetzbar, bzw. sinnvoll? Sue Donaldson und Will Kymlicka stimmen den Grunds├Ątzen der Tierbewegung zu. Kein Mensch sollte ├╝ber das Leben oder den Tod eines Tieres bestimmen d├╝rfen. Sie fordern aber auch umfassende staatsb├╝rgerliche Rechte f├╝r Tiere, die sie weder zum Eigentum machen, noch aus unserer Welt ausschlie├čen.

Donaldson und Kymlicka wollen das Tierrecht aus der moralischen Falle befreien und entwerfen auf Grundlage von Theorien der Staatsb├╝rgerschaft den Mitb├╝rger Tier. Dabei argumentieren sie daf├╝r Tieren unverletzliche Grundrechte einzur├Ąumen, die das Individuum Tier sch├╝tzen und entwerfen das Szenario eines "Zoopolis", bei dem unterschiedlichen Tiergruppen ein spezifischer politischer Status zugesprochen wird. So zum Beispiel die volle Staatsb├╝rgerschaft f├╝r domestizierte Tiere und Souver├Ąnit├Ąt f├╝r Wildtiere und "Kulturfolger", wie Ratten oder Tauben, die in direkter Nachbarschaft mit uns leben.

Wie auch innerhalb der B├╝rgerkategorie Mensch beispielsweise Kinder nicht alle Staatsb├╝rgerInnenrechte ausf├╝hren d├╝rfen (wie das Wahlrecht), sollen auch Tierrechte an ihren F├Ąhigkeiten orientiert sein, sie aber trotzdem in ihrer Unverletzlichkeit gleich Menschen anerkennen. Hier formuliert sich die Krux des Buches. Es arbeitet auf der Grundlage eines Staatsb├╝rgerschaftssystems, das zug├Ąnglich erscheint und au├čerhalb moralisierender Argumentationen bestehen kann. Es ist aber auch ein System, das selbst Probleme mit der Machtverschiebung hat.

AVIVA-Tipp: Den AutorInnen ist eine wichtige und fl├╝ssige Argumentation gelungen, die den Diskussionen um Tierrechte einen interessanten neuen Ansatz geben. Sehr detailliert entwerfen sie Szenarien, wie Tiere als Subjekte am politischen Prozess teilhaben k├Ânnen. Das Buch ist klar formuliert und ansprechend lesbar und gibt gerade in den Grundkapiteln auch EinsteigerInnen wichtige Einblicke in die Mensch / Tier Verh├Ąltnisse.

Zu den AutorInnen: Sue Donaldson lebt als freie Schriftstellerin in Kingston, Kanada. Sie ist Autorin mehrerer Essays, Theaterst├╝cke und B├╝cher.
Will Kymlicka ist Politikwissenschaftler und Philosoph, hat in Oxford promoviert und ist derzeit Professor f├╝r Politische Philosophie an der Queen┬┤s University in Kingston. Zudem lehrt er regelm├Ą├čig an der Central European University in Budapest und war Berater der kanadischen Regierung. Weltweit ber├╝hmt wurde er durch seine Arbeiten zum Thema "Multikulturalismus" und seine Einf├╝hrung in die Politische Philosophie, die als Standardwerk gilt und in 17 Sprachen ├╝bersetzt wurde.
(Verlagsinformation)


Sue Donaldson und Will Kymlicka
Zoopolis ÔÇô Eine politische Theorie der Tierrechte

Suhrkamp Verlag, erschienen 2013
ISBN-10: 3518586009
ISBN-13: 978-3518586006 ISBN-10: 3455501125


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Literatur Beitrag vom 14.01.2014 Clarissa Lempp 





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