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AVIVA-BERLIN.de im August 2020 - Beitrag vom 07.02.2020


Die Preisträgerinnen des 8. Hatun-Sürücü-Preises
AVIVA-Redaktion

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus hat am 31. Januar 2020 zum achten Mal drei Berliner Projekte und Initiativen mit dem Hatun-Sürücü-Preis ausgezeichnet. Mit dem grünen Frauenpreis für die Förderung der Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen rücken die Initiatorinnen die Menschen in den Vordergrund, die sich…



… oft im Stillen, aber mit Tatkraft und viel Herz für Mädchen und junge Frauen engagieren.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin hat den Hatun-Sürücü-Preis, der im Jahr 2013 erstmals vergeben wurde zum Gedenken an Hatun Aynur Sürücü initiiert.
Hatun Aynur Sürücü, 1982 in Berlin geboren, führte trotz familiärer Zwänge und patriarchaler Strukturen ein selbstbestimmtes und freies Leben – bis zum 7. Februar 2005, der Tag, an dem sie Opfer eines "Ehren"-Mords durch ihren Bruder wurde. Die junge Kurdin hatte sich aus der Zwangsehe mit ihrem Cousin befreit und war mit ihrem Sohn von Istanbul zurück nach Berlin gezogen, um hier ihren Hauptschulabschluss nachzuholen und danach eine Ausbildung zur Elektroinstallateurin zu machen.

Kurz vor dem Abschluss ihrer Gesellinnenprüfung zur Elektroinstallateurin wurde die junge Mutter von ihrem jüngeren Bruder auf offener Straße in der Oberlandstraße in Berlin-Tempelhof erschossen.
Die damals 23-Jährige wurde allein deswegen ermordet, weil sie ein selbstbestimmtes Leben führen wollte.

"Gleichzeitig erinnern wir mit dem Preis an Hatun Sürücü, die am 7. Februar 2005 von einem ihrer Brüder ermordet wurde, weil sie ihr Leben selbstbestimmt und frei führen wollte. Die drei diesjährigen Preisträger*innen zeigen, wie vielfältig das Engagement aussehen kann:"

1. PREIS: Mädchen*stadtteilladen ReachIna von Outreach gGmbH
Seit der Eröffnung des Mädchen*stadtteilladens am Frauentag 2000 begleiten drei Mitarbeiter*innen von ReachIna mit viel Engagement und Ideenreichtum die Neuköllner Mädchen und Frauen sowie jugendliche Transgender* von 10-18 Jahren. Bei offenen sport-, sexualpädagogischen sowie bildungspädagogischen Angeboten stehen die Bedürfnisse der Besucher*innen an erster Stelle. Selbstbestimmung und direkte Partizipation sowie Hilfe zur Selbsthilfe bilden dabei die Basis. Seit 2017 organisiert das Team von ReachIna auch mehrtägige erlebnispädagogische Fahrten für die Besucher*innen, durch die die Teilnehmenden gestärkt und der Zusammenhalt gefördert wird.

Preisgeld: 500 Euro. Gestiftet von Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) und Professorin für Bildungssoziologie und Arbeitsmarktforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin

2. PREIS: Die Freiheit, die ich meine - Gesicht zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e. V.
Durch seine Angebote ermutigt das Projekt die teilnehmenden Mädchen und Frauen, sich bewusst mit der eigenen Identität auseinanderzusetzen. Ein vielfältiges Bildungsangebot ermöglicht es den Teilnehmer*innen sich mit Herausforderungen wie z.B. der Reflexion über Geschlechterrollen und partnerschaftliche Beziehungen zu beschäftigen, um diesen selbstbewusst zu begegnen. Neben zahlreichen Workshopreihen für Schülerinnen bietet das Projekt auch Fortbildungen für Kiezmütter sowie für pädagogisches Fachpersonal an. Pädagogische Spiele und Materialien zum Thema Islamismusprävention werden entwickelt und bereitgestellt, um zwanglose Diskussionen zu Themen wie Geschlechtergerechtigkeit, Religiösität und Radikalisierung anzustoßen.

Preisgeld: 300 Euro. Gestiftet von Evelyn Bader, Gründerin und Geschäftsführerin von WomenFairTravel GmbH

3. PREIS: Hania Hakiel – Komorebi – Give something back to Berlin e.V.
Hania Hakiel engagiert sich seit vier Jahren im Rahmen des gemeinnützigen Vereins "Give something back to Berlin" für marginalisierte Geflüchtete, insbesondere Frauen und Kinder. In dem von ihr geleiteten Projekt "Komorebi" bietet sie Kurse zu Bewegung, Entspannung und Kunst an und unterstützt die Familien durch individuelle psychotherapeutische Angebote. Durch die Ausrichtung der Angebote auf die Bedürfnisse der Teilnehmer*innen sowie die Einbeziehung dieser bei der Programmgestaltung, werden die Frauen und Kinder gestärkt und auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben unterstützt.

Preisgeld: 200 Euro. Gestiftet von Ilknur Gümüs, Gründerin und Vorstandsmitglied des Interkulturellen Beratungs- und Begegnungs Centrums e.V. (IBBC e.V.)

DIE JURY 2020
Die Preisträger*innen wurden von einer fünfköpfigen Jury ausgewählt:

Almila Bagriacik, Schauspielerin, spielte in zahlreichen renommierten Filmen und Serien (u.a. 4Blocks). Sie stand außerdem in Theatern wie dem Schauspielhaus Bochum auf der Bühne. Die Berlinerin wurde mit dem Deutschen Fernsehpreis sowie dem Deutschen Schauspielpreis ausgezeichnet und für viele weitere Preise nominiert. Bereits in ihrem ersten Filmprojekt, dem vielfach ausgezeichneten Drama "Die Fremde", setzte sie sich mit dem Thema Gewalt gegen Frauen auseinander. In Sandra Maischbergers aktuellem Film "Nur eine Frau" stellt sie Hatun Sürücü selbst dar.

Caterina Granz, Leichtathletin, startet seit dem Alter von 14 Jahren für die Leichtathletikgemeinschaft Nord Berlin. Bereits in der Schule fiel ihre Ausdauerfähigkeit auf, inzwischen hat sie sich auf Mittel- und Langstreckenläufe spezialisiert. Ihre Paradedisziplin ist der 1500-Meter-Lauf, hier ging sie in diesem Jahr bei den Weltmeisterschaften in Doha an den Start und feierte mit dem Sieg bei der Sommer-Universiade in Neapel ihren größten internationalen Erfolg. Kurz darauf wurde sie Deutsche Meisterin. Im Oktober hat sie außerdem ihr Psychologie-Studium an der Freien Universität Berlin abgeschlossen.

Das TINT Filmkollektiv setzt sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit im Film und in der Filmbranche ein. Es entwickelt Filmprojekte für mediale Aufklärungsarbeit im Bereich Gesellschaft und Politik. Auch Workshops zu Medienpädagogik sowie kultureller und politischer Bildungsarbeit werden durchgeführt. Die elf Kollektivistas kommen aus unterschiedlichen Ländern und sind in Berlin zu Hause. Sie arbeiten in einer solidarischen, empowernden Struktur mit gemeinsamen Entscheidungsprozessen und geteilter Verantwortung.

In der Jury für die Grünen-Fraktion:
Anja Kofbinger
, Sprecherin für Frauen-, Gleichstellungs- und Queerpolitik
Susanna Kahlefeld, Sprecherin für Partizipation und Beteiligung, Sprecherin für Europa

Weitere Informationen zum Hatun-Sürücü-Preis und zur Preisverleihung unter:
gruene-fraktion.berlin

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

NUR EINE FRAU. Ein Film von Sherry Hormann mit Almila Bagriacik. Ab 24. Oktober 2019 auf DVD & Video-on-Demand. Ab 10. Oktober als digitaler Download. Filmpräsentation zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 18. November 2019
Regisseurin Sherry Hormann (Wüstenblume) zeigt das authentische Bild einer Frau, die darum kämpft, selbstbestimmt leben zu können. Doch als Deutsche mit türkisch-kurdischen Wurzeln befindet sich Hatun Aynur Sürücü im ständigen Konflikt zwischen den Werten ihrer Familie und ihrer eigenen Lebenseinstellung. (2019)

Hatun-Sürücü-Preis 2019: Grüne Fraktion zeichnet Engagement für Mädchen und junge Frauen aus
Damit rückt sie Menschen in den Fokus, die sich für Mädchen und junge Frauen engagieren. Zugleich erinnern sie an Hatun Sürücü, die am 7. Februar 2005 von einem ihrer Brüder ermordet wurde, weil sie ein selbstbestimmtes Leben führen wollte. Gedenkveranstaltungen für Hatun Sürücü am 7. Februar in Berlin. (2019)

Hatun-Sürücü-Preis 2018 und Gedenkveranstaltung zum 13. Todestag von Hatun Sürücü am 7. Februar 2018. Benennung der Autobahnbrücke BAB A 100 in Hatun-Sürücü-Brücke
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus zeichnete am 2. Februar 2018 zum sechsten Mal drei Berliner Projekte und Initiativen mit dem Hatun-Sürücü-Preis aus. 1. PREIS: DONYA – TRANSKULTURELLE MÄDCHEN WG, 2. PREIS: VON MEISTERHAND e.V., 3. PREIS: SCHILLERIA GIRLSCLUB. "Mit dem grünen Preis für die Förderung der Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen rücken wir die Menschen in den Vordergrund, die sich oft im Stillen, aber mit Tatkraft und viel Herz für die Selbstbestimmung von Mädchen und jungen Frauen engagieren. Zugleich erinnern wir mit dem Preis an Hatun Sürücü, die am 7. Februar 2005 von einem ihrer Brüder ermordet wurde, weil sie ihr Leben selbstbestimmt und frei führen wollte." (2018)

Hatun-Sürücü-Preis 2017 – Grüne Fraktion zeichnete am 3. Februar zum fünften Mal drei Berliner Projekte und Initiativen aus
Damit rückt sie Menschen in den Fokus, die sich für Mädchen und junge Frauen engagieren. Zugleich erinnern sie an Hatun Sürücü, die am 7. Februar 2005 von einem ihrer Brüder ermordet wurde, weil sie ein selbstbestimmtes Leben führen wollte. Gedenkveranstaltungen für Hatun Sürücü am 7. Februar in Berlin. (2017)

Hatun-Sürücü-Preis 2016 – Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zeichnete Engagement für Mädchen und Frauen aus
Am 5. Februar 2016 wurden zum vierten Mal drei Berliner Projekte und Initiativen gewürdigt: 1. Preis: Mama Afrika e.V. 2. Preis: Interkultureller Mädchentreff Albatros gGmbH. 3. Preis: Afghanisches Kommunikations- und Kulturzentrum e.V. Ziel des Frauenrechtspreises ist es, Menschen in den Vordergrund zu rücken, die sich oft im Stillen mit viel Tatkraft für die Emanzipation und Gleichberechtigung von Mädchen und junge Frauen einsetzen. (2016)

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin lobt zum vierten Mal den Hatun-Sürücü-Preis aus Hatun Sürücü wurde am 7. Februar 2005 Opfer eines sogenannten Ehrenmordes. Die junge Mutter hatte sich aus einer Zwangsehe befreit und danach ein selbstbestimmtes Leben in Berlin geführt. Kurz vor dem Abschluss ihrer Gesellinnenprüfung zur Elektroinstallateurin wurde sie von einem ihrer Brüder erschossen. Sie wurde nur 23 Jahre alt. (2015)

Hatun Sürücü-Brücke für 2016 geplant Am 7. Februar 2005 wurde die damals 23jährige alleinerziehende Kurdin in Berlin-Neukölln Opfer eines "Ehren"mords, weil sie selbstbestimmt leben wollte. Diverse Initiativen wie TERRE DES FEMMES (2013)





Quelle: Pressemitteilung Fraktion Bündnis 90/Die Grünen 2020



Women + Work > WorldWideWomen Beitrag vom 07.02.2020 AVIVA-Redaktion 





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