SHOAH FORTSCHREIBUNGEN. Vier Filme von Claude Lanzmann. Eine der radikalsten und umfassendsten Filmarbeiten √ľber die Vernichtung des europ√§ischen Judentums im Nationalsozialismus - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 14.11.2017

SHOAH FORTSCHREIBUNGEN. Vier Filme von Claude Lanzmann. Eine der radikalsten und umfassendsten Filmarbeiten √ľber die Vernichtung des europ√§ischen Judentums im Nationalsozialismus
AVIVA-Redaktion

EIN LEBENDER GEHT VORBEI (1999). SOBIBOR, 14. OKTOBER 1943, 16 UHR (2001). DER KARSKI-BERICHT (2010). DER LETZTE DER UNGERECHTEN (2013). 12 Jahre Dreharbeiten, 350 Stunden Material, 9 1/2 Stunden Film gegen das Vergessen. Nach SHOAH entstanden ‚Äď basierend auf unver√∂ffentlichten Interviews ‚Äď vier eigenst√§ndige Fortschreibungen, die im Fr√ľhjahr 2017 erstmals in einer Ausgabe erscheinen, erg√§nzt um ausf√ľhrliche PDF Materialien.



Claude Lanzmann: "Ehrlich gesagt h√§tte ich nicht geglaubt, nach SHOAH noch einen Film zu drehen, nach diesem epischen Film mit einem einzigen Hauptdarsteller: dem Tod. ‚Ķ So √ľbergab ich alles nicht verwendete Rohmaterial dem Holocaust Museum in Washington, damit es sicher verwahrt w√ľrde. Ich hatte auch zun√§chst keine Kraft weiterzumachen. Vor einigen Jahren jedoch entschied ich mich, erneut auf das Material zur√ľckzugreifen, SHOAH ist in gewisser Weise ein Film, der kein Ende hat, ein unendlicher Film.‚Ķ eine fortw√§hrende Sch√∂pfung."

DIE VIER FORTSCHREIBUNGEN

"Die Filme sind schon deshalb eng mit SHOAH verkn√ľpft, weil diese Gespr√§che im Rahmen der Dreharbeiten zu SHOAH entstanden sind.
Aber so wie SHOAH aufgebaut ist, ohne ein Wort des Kommentars, wo allein der Aufbau die Verst√§ndlichkeit garantieren muss, h√§tte es den Film um etliche Stunden verl√§ngert, wenn ich sie in das Konzept h√§tte einf√ľgen wollen. Denn das Kino ist eine Kunst, die keine konzessiven Nebens√§tze kennt, man kann nicht ¬īwenn auch ‚Ķ¬ī/ ¬īobwohl ‚Ķ¬ī sagen und zum Hauptsatz zur√ľckkehren, weil jedes Bild eine √ľberw√§ltigende Pr√§senz hat und in gewisser Weise das vorhergehende zerst√∂rt. Die zirkul√§re, symphonische Struktur eines Films wie SHOAH hat viel mit solchen √úberlegungen zu tun."
Claude Lanzmann

EIN LEBENDER GEHT VORBEI - Was hatte ein Delegierter vom Roten Kreuz von seinem Besuch in Theresienstadt zu berichten?

65 Min.

EIN LEBENDER GEHT VORBEI (UN VIVANT QUI PASSE) (1997): Maurice Rossel, ein Offizier der Schweizer Armee, der w√§hrend des Zweiten Weltkriegs als Delegierter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Berlin stationiert gewesen war, wollte Claude Lanzmann nicht empfangen. So √ľberrumpelte ihn Lanzmann mit einem √úberraschungsbesuch, bei dem dieses Filmgespr√§ch in h√∂chst gespannter Atmosph√§re zustande kam. Als einziger Delegierter hatte Rossel n√§mlich schon 1943 das Konzentrationslager Auschwitz besucht (das Vernichtungslager Birkenau bekam er nicht zu Gesicht). 1944 war er dann auf Einladung nach Theresienstadt gereist und den T√§uschungsman√∂vern der SS aufgesessen, wie sein damals verfasster offizieller Bericht √ľber das "Vorzeigelager" beweist.

SOBIBOR, 14. OKTOBER 1943, 16 UHR - Wie verlief der gelungene Aufstand in einem Vernichtungslager?

95 Min.

SOBIBOR, 14. OKTOBER 1943, 16 UHR (2001) setzt an, wo SHOAH (1986) endete: beim j√ľdischen Widerstand. Der Titel verweist auf Ort, Tag, Monat, Jahr, Stunde eines gelungenen Aufstands in einem Vernichtungslager der Nationalsozialisten.

Damit w√§re aber auch die entscheidende Differenz zu SHOAH benannt. Denn w√§hrend Lanzmann die Zeugen in SHOAH als Wiederg√§nger begreift, die aus dem Reich der Toten berichten, sehen wir in SOBIBOR einen √úberlebenden im emphatischen Wortsinn: Yehuda Lerner war 16 Jahre alt und bereits aus acht Lagern geflohen, als er dem SS-Aufseher namens Graetschus mit einer Axt den Sch√§del spaltete. Er handelte im Rahmen eines Aufstandsplans, nach dem eine Gruppe H√§ftlinge des Vernichtungslagers Sobibor am besagten Tag, zu besagter Stunde gegen die SS aufbegehrte. Die Deutschen waren p√ľnktlich, der Plan ging auf ...

DER KARSKI-BERICHT - Der legendäre Kurier des polnischen Widerstands, der Roosevelt persönlich von der Vernichtung der Juden Bericht erstattete.

49 Min.

F√ľr SHOAH hatte Claude Lanzmann Jan Karski 1978 zwei volle Tage interviewt. Der polnisch-katholische Widerstandsk√§mpfer und legend√§re Kurier der polnischen Exilregierung war 1942 von Vertretern der polnischen Juden ins Warschauer Ghetto und in ein Konzentrationslager eingeschleust worden, um dann ab 1943 als "Botschafter des Holocaust aus eigener Anschauung" (Spiegel) der Welt von der Vernichtung der Juden in Polen Bericht zu erstatten.

Die aufw√ľhlende Erz√§hlung seiner Ghettobesuche in Lanzmanns SHOAH ist unvergessen, wie aber verlief Karskis Besuch im Wei√üen Haus? Wie reagierten Franklin D. Roosevelt und andere f√ľhrende Vertreter der freien Welt auf seinen ungeheuerlichen Bericht?

All dies schildert Jan Karski nicht minder eindringlich in diesem zweiten bislang unver√∂ffentlichten Teil des Interviews. In seiner Detailgenauigkeit, in der W√ľrde und Tiefe der Aussage ein au√üerordentliches, tief ersch√ľtterndes Dokument. "Ich kann nur sagen, dass ich es mit eigenen Augen gesehen habe und dass es die Wahrheit ist." Jan Karski

DER LETZTE DER UNGERECHTEN ‚Äď Das ausf√ľhlriche Gespr√§ch mit Benjamin Murmelstein, dem einzig √ľberlebenden "Juden√§ltesten".

210 Min.

F√ľr SHOAH filmte Claude Lanzmann 1975 in Rom mit Benjamin Murmelstein, dem einzigen √ľberlebenden "Juden√§ltesten". Das Konzept von SHOAH h√§tte das vielst√ľndige Interview gesprengt. Mit 87 Jahren inszeniert Lanzmann diese Gespr√§che √ľber die ambivalente Rolle des hochrangigen Funktion√§rs mit neuen Aufnahmen aus Wien, Polen, Israel und dem "Vorzeigeghetto" Theresienstadt.

"Was ich wollte, war, dass das Wort den Orten Leben gibt oder dass diese Orte, die so vollkommen ver√§ndert sind, wo √ľberhaupt nichts mehr ist wie fr√ľher, wieder zu leben beginnen durch das Wort." Claude Lanzmann

SHOAH FORTSCHREIBUNGEN. Vier Filme von Claude Lanzmann



2 DVDs

EIN LEBENDER GEHT VORBEI (1999)
SOBIBOR, 14. OKTOBER 1943, 16 UHR (2001)
DER KARSKI-BERICHT (2010)
DER LETZTE DER UNGERECHTEN (2013)
Ausstattung & Weiterf√ľhrende Informationen:
BILD: 9, PAL, Farbe, 16:9 / 4:3
TON: 1.0, 2.0
LAUFZEIT: 409 Min.
FASSUNG: mehrsprachige Originalfassungen
UNTERTITEL: deutsch
PDF MATERIAL: Material FORTSCHREIBUNGEN (Credits, ausf√ľhrliche Biographien der Befragten, Kapitel√ľbersicht, Szeneprotokoll, Filmvorworte, Essay von Klaus Theweleit, Interview, Liste der Archivbilder, andere "Juden√§lteste", Murmelstein Essay aus der NZZ 1963, Interview mit der Kamerafrau, 116 Seiten)
Euro 19,90
Vertrieb: absolut MEDIEN. Erschienen Fr√ľhjahr 2017

Mehr Informationen und Bestellung unter: absolutmedien.de

Literatur: Claude Lanzmann
Der Letzte der Ungerechten



Eine Woche lang f√ľhrte Claude Lanzmann 1975 in Rom auf Deutsch ein Interview mit Benjamin Murmelstein, einem der umstrittensten √úberlebenden der Shoah. Der Rabbiner war nach seiner Deportation ins Ghetto Theresienstadt ab September 1944 der letzte sogenannte Juden√§lteste. Nach dem Krieg warf man ihm vor, Handlanger der Nazis gewesen zu sein. Claude Lanzmann hingegen beharrt darauf, dass jemand wie Murmelstein nicht die Freiheit hatte, moralisch zu handeln, weil er selbst den Nazis ausgeliefert war.
Lanzmann verwendete das Material nicht, wie urspr√ľnglich geplant, f√ľr sein epochales Filmwerk "Shoah", sondern machte erst 2013 einen eigenen Film daraus. Dieses Buch dokumentiert das Interview und Szenen des Films.
Verlag: rororo. Erscheinungstermin: 17.02.2017
128 Seiten
ISBN: 978-3-499-63210-5
Mehr Informationen und Bestellung unter: www.rowohlt.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Yad Va-Shem - Gesicht und Name f√ľr Karolina Cohn
Stolpersteinverlegung auf Initiative der Conference on Jewish Material Claims Against Germany (Claims Conference) am 13. November 2017 in Frankfurt am Main. Im Oktober 2016 finden die zwei Arch√§ologen Yoram Haimi aus Israel und Wojciech Mazurek aus Polen auf dem Gel√§nde des ehemaligen Vernichtungslagers Sobib√≥r ein Amulett. Darauf steht ein Datum: 3. Juli 1929, ein Ort: Frankfurt am Main, der Gl√ľckwunsch "Mazal tov" und ein Zeichen f√ľr den Namen G¬īttes ‚Äď der hebr√§ische Buchstabe "He". (2017)

Sobibór, 14. Oktober 1943, 16 Uhr. Ein Film von Claude Lanzmann
Claude Lanzmann (Regisseur von Shoah) dokumentiert die Erzählung von Yehuda Lerner, der am einzigen jemals gelungenen Aufstand in einem Vernichtungslager der Nationalsozialisten beteiligt war. (2003)

SHOAH ‚Äď Ein Film von Claude Lanzmann auf DVD
Seit 12. Oktober 2007 ist die Dokumentation von 1985 in der ARTE Edition erhältlich: 12 Jahre Arbeit, 350 Stunden Material, 9 1/2 Stunden Film gegen das Vergessen. Und gegen die Versöhnlichkeiten einer "Erinnerungskultur" im Zeichen der "Vergangenheitsbewältigung". (2007)

Ums √úberleben schreiben
Mit Helga Deens Tagebuch "Wenn mein Wille stirbt, sterbe ich auch" wurden bewegende Aufzeichnungen eines jungen Mädchens aus dem KZ Vught in Holland entdeckt. Am 16. Juli 1943 wurde sie mit ihrer gesamten Familie im polnischen Lager Sobibór ermordet. (2007)

Survivors of the Shoah Visual History
Das J√ľdische Museum und die Shoah Foundation machen Interviews von √úberlebenden des Holocaust im multimedialen Rafael Roth Learning Center f√ľr die √Ėffentlichkeit zug√§nglich. (2002)







Quelle: absolut MEDIEN

Kultur Beitrag vom 14.11.2017 AVIVA-Redaktion 





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