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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 18.11.2013

Union und SPD einigen sich in ihren Koalitionsverhandlungen auf Frauenquote in Aufsichtsräten
AVIVA-Redaktion

Lange war es ein politisches Streitthema, nun steht es im Koalitionsvertrag: Ab 2016 sollen die Posten in Aufsichtsräten von börsennotierten Unternehmen mindestens zu 30 Prozent von Frauen ...



... besetzt werden. Die VerhandlerInnen in der Arbeitsgruppe Familie einigten sich auf diesen Kompromiss.

Im Falle eines Zustandekommens einer gro√üen Koalition ist die Frauenquote in Aufsichtsr√§ten eine beschlossene Sache. Die Ma√ügabe von mindestens 30 Prozent Frauen soll f√ľr Aufsichtsr√§te gelten, die ab 2016 neu besetzt werden. Dar√ľber hinaus wollen die KoalitionspartnerInnen gro√üe Unternehmen bereits ab 2015 dazu verpflichten, eigene Ziele f√ľr die Erh√∂hung des Frauenanteils auch in weiteren hochkar√§tigen Positionen, wie etwa im Vorstand oder in den obersten Management-Riegen, √∂ffentlich zu machen. Diese Zielformulierungen und Definitionen werden k√ľnftig einen verbindlichen Charakter besitzen. Ein Grund daf√ľr ist die wenig wirksame Selbstverpflichtung der Wirtschaft, mehr Frauen in Aufsichtsr√§te und Vorst√§nde zu berufen. Denn: Zw√∂lf Jahre nach der freiwilligen Selbsterkl√§rung aus dem Jahr 2001 ist der Anteil von Frauen in Spitzenpositionen mit 11,7 Prozent (Stand September 2013) noch immer unverh√§ltnism√§√üig gering.

Noch im April dieses Jahres scheiterte ein rot-gr√ľner Gesetzesentwurf zur Frauenquote vor dem Bundestag. Der damalige Vorschlag der Opposition sah vor, bis 2018 mindestens 20 Prozent aller Aufsichtsratsposten von b√∂rsennotierten Unternehmen mit Frauen zu besetzen, bis zum Jahr 2023 sollte die Quote auf 40 Prozent angehoben werden. Dass es vor diesem Hintergrund nun doch Kompromissbereitschaft bei der Union gab, zeichnete sich bereits ab. Aus einem "Nein" zu einer branchen√ľbergreifenden, fest definierten Quote wurde einschr√§nkend, in Bezug auf die Aufsichtsr√§te, ein "Ja".

Mit dem Entschluss, die Quote f√ľr Aufsichtsr√§te in den Koalitionsvertrag aufzunehmen, werden Union und SPD nicht zuletzt den Forderungen der zehn f√ľhrenden Spitzenfrauen-Verb√§nde gerecht: Anfang November richteten sich diese explizit an die KoalitionsverhandlerInnen und forderten f√ľr die kommende Legislaturperiode eine Aufsichtsratsmindestquote von 30 Prozent, "um die Monokulturen an der Spitze aufzubrechen", wie Anette Bruhns, Vorsitzende des Vereins "ProQuote Medien" stellvertretend f√ľr die Spitzenfrauen-Verb√§nde verlauten lie√ü.

Schon mit der Kampagne "Spitzenfrauen fragen Spitzenkandidaten" setzten sich f√ľhrende Frauen aus Wirtschaft, Technik, Medizin und Medien im Wahlkampf vehement f√ľr die Quote und frauenpolitische Interessen ein. Die Gespr√§chsprotokolle sind nachzulesen auf: www.spitzenfrauen-fragen.de
Dass nun der Anteil von 30 Prozent gesetzlich festgeschrieben wird, freut die Spitzenfrauen umso mehr, ist dies doch ein Wert, der es erm√∂glicht, F√ľhrungsstrukturen nachhaltig zu ver√§ndern. In diesem Sinne wertete auch die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig die Entscheidung f√ľr die Quote als ein wichtiges Signal f√ľr bessere Aufstiegschancen f√ľr Frauen und mehr Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt. Seitens der Union verk√ľndete die Verhandlungsleiterin Anette Widmann-Mauz, dass sie sich √ľber eine "vern√ľnftige Regelung im Sinne der Frauen" freue.

Auch AVIVA-Berlin freut sich √ľber diesen Schritt in die richtige Richtung und unterst√ľtzt weiterhin die Forderung nach der Frauenquote f√ľr den Journalismus, in der Medizin und allen anderen Bereichen des √∂ffentlichen Lebens.


(Quellen: www.spiegel.de, www.fidar.de)

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