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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 02.07.2010

better place. Das STUDIO Projekt der Kreativagentur designaffairs stellt Gewohntes auf den Kopf. Resultat sind Low-End-Waschmaschine bis Ozon-Fläschchen
AVIVA-Redaktion

Erfinden ohne Grenzen wie Daniel D√ľsentrieb, das hei√üt vor allem: Ohne zu fragen, wie √∂konomisch profitabel das Ergebnis ist. Unter dem Motto "better place" hat sich das STUDIO Projekt der ...



... internationalen Kreativagentur designaffairs zur Aufgabe gemacht, Ideen zu entwickeln, die dazu inspirieren und provozieren sollen, Konventionelles oder Gewohntes unter einem neu gewonnen Blickwinkel zu interpretieren und neue Wege zu beschreiten.

Eine Low-End-Waschmaschine mit soziokulturellem Hintergrund

Statt Stromverbrauch beim W√§schewaschen schl√§gt designaffairs SWIRL vor, eine mit Wasser bef√ľllbare Waschkugel, die wie ein Kinderwagen geschoben und auf diese Weise rollend in den Waschgang versetzt werden kann. Wie w√§r¬īs also mit Spazieren- oder Einkaufengehen und W√§schewaschen in einem? Kalorienverbrauch statt Unmengen von Strom und Wasser? Da letztere in Europa noch m√ľhelos zum Flie√üen gebracht werden k√∂nnen, hat designaffairs eine andere Zielgruppe im Sinn, bei der vor allem k√∂rperliche Energie gespart und effektiv eingesetzt werden soll: Gerade in den trockenen (Entwicklungs)L√§ndern unserer Erde sind die Transportwege oft sehr lang und beschwerlich. Meist ist es traditionell die Aufgabe von Frauen, an den entlegenen Wasserstellen die W√§sche zu waschen oder Trinkwasser zu besorgen. Ebenso werden diese Stellen aber auch von den einheimischen Frauen als Ort f√ľr Gespr√§che und den kulturellen Austausch gesch√§tzt. An dieser soziokulturellen Schnittstelle setzt SWIRL an: Der ohnehin notwendige R√ľckweg zur Wasserstelle kann mittels der ballf√∂rmigen Low-End-Waschmaschine ohne die Zufuhr von Strom zum W√§schewaschen genutzt werden. Oder die Kinder einfach zur Abwechslung mit einem "W√§scheball" herumtollen und -rollen lassen. SWIRL k√∂nnte, designaffairs zufolge, aufgrund seiner einfachen Konstruktion und der kosteng√ľnstigen Materialien auch in den jeweiligen L√§ndern vor Ort hergestellt werden, was teures Importieren verhindert.

"None profitable"?

"Es gibt viele Themen, die von Unternehmen nicht angefasst werden, da sie ¬īnone profitable¬ī sind, aber f√ľr die Welt und die Menschen eine Bereicherung w√§ren", stellt Nico Michler, einer der Gesch√§ftsf√ľhrer und Gr√ľnder des designaffairs STUDIO fest. Neue Materialien, progressive Technologien oder soziokulturelle Trends w√ľrden laut designaffairs hinterfragt, um neue Gedanken zu entwickeln, die gleichzeitig einen emotionalen Anspruch haben. Hinter jeder so entstanden Idee stecke eine Botschaft. Also klassische Werbestrategien einer Werbeagentur, um die Strategien der Werbung und der Industrie zu hinterfragen?

Das Projekt habe eine Plattform im Unternehmen geschaffen, Möglichkeiten und Ideen abseits von Zwängen und normalen Projekten zu kreieren, so Markus Mayer, Creative Director der Agentur.
Auch dabei wird jedoch die Profitabilität sicher nicht aus den Augen verloren, da die generierte Aufmerksamkeit bzw. Provokation der Agentur als Werbung in eigener Sache zugute kommt.

© designaffairs


Mit dem Ozon-Fläschchen im Sauerstoffzelt

"Schatz, gehst du mal eben zur Tanke und holst Sauerstoff?" Ein Schreckensszenario und ein Produkt, das die Menschheit hoffentlich niemals ben√∂tigen wird, hat die M√ľnchner Designagentur mit "O3" entworfen. Fiktive Werbeplakate mit G√§nsehauteffekt zeigen l√§chelnde Menschen vor dem Supermarktregal, die etwas in der Hand halten, das wie ein Deoroller aussieht - aber die t√§gliche Sauerstoffration enth√§lt. "Will we reach the point of no return?" fragt ein anderer Plakatentwurf, der eine mit Erde verschmierte Hand zeigt, die sich an das Fl√§schchen klammert wie an den letzten, nicht (mehr) vorhandenen Strohhalm. Was geschieht, wenn die Zerst√∂rung der Erde weiter voranschreitet und irgendwann sogar die k√ľnstliche Produktion von Sauerstoff erforderlich macht? Wie reagiert die Menschheit, wenn der nat√ľrliche Zugang zum Problemfall wird und die nat√ľrliche Produktion des lebensnotwendigen Sauerstoffs keine Selbstverst√§ndlichkeit mehr ist?

© designaffairs


Die Kreation des Produktes O3 ist als Appell zu einer neuen Lebensweise gedacht, als Reaktion auf die sich h√§ufenden Naturkatastrophen (wie z.B. die √Ėlpest nach dem Sinken der explodierten BP-Plattform und die Beinah-Zerst√∂rung gro√üer Teile des Great Barrier Reefs durch die Havarie eines chinesischen Tankers), die zunehmende Umweltzerst√∂rung und nicht zuletzt den Klimawandel. Es soll die Wahrnehmung sch√§rfen und den dringend notwendigen Prozess des Umdenkens durch plastische Veranschaulichung erleichtern, so die InitiatorInnen. Der Projektname O3 verdeutlicht die provozierende Aussage dieser Konzeptarbeit. O3 ist die chemische Bezeichnung f√ľr Ozon, ein Gas welches f√ľr die Menschen sehr gef√§hrlich sein kann. Die Ozonschicht sch√ľtzt aber gleichzeitig auch vor der Sch√§digung durch energiereiche ultraviolette Strahlung der Sonne. Das Studio Team benutzt dieses Spannungsfeld, um die Aussage dieses Konzeptes zu unterst√ľtzen: O3 ist ein Produkt, was mensch niemals brauchen m√∂chte.

Weitere Informationen finden Sie unter:

studioblog.designaffairs.com
www.designaffairs.com

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Public Affairs Beitrag vom 02.07.2010 AVIVA-Redaktion 





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