Hiking Cabo Verde - Teil III - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Unterwegs fern



AVIVA-BERLIN.de im September 2021 - Beitrag vom 20.03.2003


Hiking Cabo Verde - Teil III
Ilka Fleischer

Nachdem das WARUM mit den ersten beiden Teilen unserer Cabo Verde-Hiking-Serie hinlänglich geklärt sein sollte, kommen wir nun zum praxisnahen WANN-WO-WIE-WANDERN...





(c) Hauke Kahl, AVIVA-Berlin Wanderregionen
Während sich die östlichen wüstenartigen Inseln - Sal, Boavista und Maio - zwar für schöne Strand-Spaziergänge, nicht aber zum Wandern anbieten, gelten sowohl die südlichen Inseln - Brava, Fogo und Santiago - wie auch die nördlichen Inseln - Santo Antao, Sao Vicente und Sao Nicolao - als potentielle "hiking-destinations". DIE Wanderinsel schlechthin - so der Tenor der meisten AutorInnen - sei aufgrund seiner grandiosen Landschaften- und Tourenvielfalt Santo Antao. Als weiteres Highlight gilt der Pico de Fogo auf der gleichnamigen Insel - vor allem für diejenigen, die ihren Schwerpunkt auf Vulkan-Tourismus legen.

Tourenoptionen
Neben der Einteilung in Schwierigkeitsgrade von "einfach" bis "nur mit Führern zu empfehlen" (in Abhängigkeit von Navigations-, Trittsicherheits- und Konditions-Ansprüchen), bieten sich auf den Kapverden unterschiedlichste Routenkriterien an: karg oder üppig, einsam oder bevölkerungsnah, einstündig oder mehrtägig, sanft oder schroff, nur-sportlich oder auch-kulturell-interessant, mit oder ohne Erfrischung im Meer, etc.etc... - jede einzelne Insel verfügt über ein abwechslungsreiches Tourenspektrum. Und auch wenn die vorgestellten Wanderführer diese Kategorien nicht immer explizit aufgreifen, so bieten sie doch genügend Anhaltspunkte, um die dargebotene Streckenvielfalt auszuschöpfen.

Wandersaison
(c) Hauke Kahl, AVIVA-BerlinAufgrund der weitgehend beständigen Temperaturen können die Wanderinseln im Grunde das ganze Jahr über bereist werden. Allerdings kann es von Juni bis September zu tropischen Niederschlägen kommen und somit sind einige Strecken in dieser Zeit u.U. nicht begehbar. Außerdem gilt zu bedenken, dass August und September als heißeste Monate gelten und dass es im Februar am kältesten ist. Das Plansch-Vergnügen zwischendurch ist bei Wasser-Temperaturen, die niemals die 20°-Grenze unterschreiten, das ganze Jahr über gegeben. Und nicht zuletzt ist sicherlich die höhere Grün-Wahrscheinlichkeit zwischen Oktober und Dezember einzuplanen.

Gefahren
Auch wenn sich auf den Kapverden viele Gefahren der Berge mit denen der Wüste verbünden, so zeichnen sich die Inseln dennoch durch relativ geringe Wander-Risiken aus: keine lebensbedrohliche Tierwelt und verschwindend geringe Gesundheitsrisiken durch ‚Tropen-Krankheiten. Die größten Vorsichtsmaßnahmen sollten daher Sonnenstrahlung und Wasserversorgung sowie Steinschlag, Sturz und Orientierungsverlust gelten.

(c) Hauke Kahl, AVIVA-BerlinAusrüstung
Da es auf den Kapverden kompliziert bis unmöglich ist, fehlendes oder mangelhaftes Hiking-Equipment zu ersetzen, sollte unbedingt an eine den individuellen Bedürfnissen entsprechende Ausrüstung gedacht werden. Neben den auf vielen Strecken unabkömmlichen, möglichst knöchelhohen und eingelaufenen Wanderschuhen ist unbedingt auch an ausreichenden Sonnenschutz, gutes Kartenmaterial, eine kleine Reiseapotheke und Kleidung für kühlere Höhenlagen und dornige Wegstrecken zu denken. Empfohlen werden vielfach auch Wanderstöcke, dicke Socken, Kopfbedeckung, Sonnenbrille, Regenschutz sowie Taschenlampe, Kompass, GPS, Signalspiegel, Wasserbehälter und Chlorbleichlauge.

Versorgung
Da nicht viele Wanderrouten über Einkehrmöglichkeiten verfügen, ist man weitenteils auf die nicht immer üppigen Optionen der Selbstversorgung angewiesen, wobei sogenannte Mercearias (kleine Läden) zumindest mit dem Nötigsten versorgen. In den größeren Städtchen finden sich oft in Kombination mit einer Pension oder Herberge Restaurants bzw. Kantinen, die teilweise "planwirtschaftlich" arbeiten: das Abendessen muss dann morgens vorbestellt werden.

(c) Hauke Kahl, AVIVA-BerlinUnterkünfte
Zwar gibt es hier und da ‚Mittelklasse-Hotels und -Pensionen, verbreiteter sind jedoch relativ einfache, sichere und relativ preiswerte Unterkünfte, sogenannte Pousadas und Residenciales. Vorab-Buchungen werden zwar oft empfohlen, dennoch gibt es für Spontan-Reisende zumeist genügend Spielräume. Wer Mehrtages-Touren plant, hat oft die Möglichkeit, gegen eine angemessene Aufwandsentschädigung bei Privatpersonen unterzukommen - wobei keine europäischen Komfort-Ansprüche gestellt werden sollten. Offizielle Campingplätze existieren nicht, allerdings bieten sich für Notübernachtungen genügend Plätze im Freien an.

Verkehrsmittel
Obwohl herkömmliche Busse nur in den Hauptstädten von Santiago und Sao Vicente verkehren, bietet ein recht engmaschiges von sogenannten Alugueres (Kleinbussen und Pickups) befahrenes Straßennetz gute Möglichkeiten zum "Rumkommen". Die Touren, bei denen keine Aluguer-Anfahrt bzw. -Abfahrt möglich ist, sind in den Wanderführern gekennzeichnet und können entsprechend nur mit Taxi oder per Anhalter erreicht werden.



Weitere praktische Reisetipps - wie z.B. zur Anreise - finden Sie hier...


Lesen Sie auch unsere folgenden Kapverden-Beiträge:

Hiking Cabo Verde - Teil I

Hiking Cabo Verde - Teil II

Fluchtort Kapverden - Afrika light

How-2-travel Cabo Verde

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Beitrag vom 20.03.2003

AVIVA-Redaktion