Der Deutsche Juristinnenbund e.V. zum Koalitionsvertrag aus frauenpolitischer Sicht - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Women + Work



AVIVA-BERLIN.de im September 2020 - Beitrag vom 18.01.2014


Der Deutsche Juristinnenbund e.V. zum Koalitionsvertrag aus frauenpolitischer Sicht
AVIVA-Redaktion

Der Koalitionsvertrag ist unterschrieben - was verspricht er, was wird er halten, wozu schweigt er? Die neue Regierung seit fast einem Monat im Amt. Was ist in Sachen Gleichstellung von Frauen und..




... Männern für die nächsten vier Jahre geplant?

Der Deutsche Juristinnenbund e.V. (djb) kommentierte während seiner Pressekonferenz am Mittwoch, 15. Januar 2014 in Berlin, den Koalitionsvertrag aus frauenpolitischer Sicht.

Ramona Pisal, Präsidentin des djb: "Ein echter Durchbruch ist die Vereinbarung zur Einführung einer Frauenquote von 30 Prozent für neu zu besetzende Aufsichtsräte börsennotierter und voll mitbestimmter Unternehmen ab 2016 per Gesetz. Hierfür haben wir im Verbund mit anderen Organisationen und politisch Verantwortlichen jahrelang gekämpft, ganz maßgeblich auch mit unserer Aktion "Aktionärinnen fordern Gleichberechtigung".
Die zügige Umsetzung, die Bundesminister Maas zugesagt hat, werden wir gerne konstruktiv begleiten. Nicht minder wichtig ist die verabredete Einführung einer verbindlichen Selbstverpflichtung der Unternehmen, ab 2015 verbindliche Zielgrößen für die Erhöhung des Frauenanteils im Aufsichtsrat, Vorstand und in den obersten Managementebenen festzulegen, zu veröffentlichen und hierüber transparent zu berichten sowie Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in sämtlichen Betriebshierarchien durchzusetzen. Durch unsere Fragen an die Vorstände wissen wir: Es fehlt den Unternehmen an klaren Zielen, nachhaltigen Strategien und geeigneten Maßnahmen, um Frauen aus den unteren Führungsebenen in höhere Positionen zu bringen. Der djb hält deshalb eine gesetzliche Regelung auch für Führungspositionen und Vorstände für unerlässlich."


Zum Thema Entgeltgleichheit und Teilzeitarbeit Prof. Dr. Heide Pfarr, Vorsitzende djb-Kommission Arbeits-, Gleichstellungs- und Wirtschaftsrecht:
"Das Vorhaben, die Durchsetzung des Rechtsgrundsatzes des gleichen Entgelts für gleiche und gleichwertige Arbeit zu fördern, ist zwar zu begrüßen, es ist allerdings sehr vage formuliert und weist Lücken auf. Es kommt hier also vor allem auf die Umsetzung an. Das gleiche gilt für den vereinbarten Mindestlohn von 8,50 EUR, der flächendeckend gelten muss. Der Anspruch auf befristete Teilzeitarbeit, die geplante weitere Flexibilisierung der Elternzeit und der vorgesehene Partnerschaftsbonus zur Förderung geschlechtergerechter Verteilung der Sorge- und Erwerbsarbeit sind gute erste Schritte, die aber weiterer Entwicklung bedürfen. So ist der Vorschlag der Bundesfamilienministerin einer verkürzten Arbeitszeit von 32 Stunden für beide Elternteile frauen- und familienpolitisch sinnvoll und würde zur Geschlechtergerechtigkeit beitragen. Die strikte Ablehnung in der Koalition zeigt, dass es noch immer an ausreichendem Verständnis für frauenpolitische Belange fehlt. Es ist zu befürchten, dass sich dies auch in der gesetzlichen Umsetzung der übrigen Ankündigungen im Koalitionsvertrag niederschlagen wird."

Dagmar Freudenberg, Vorsitzende der djb-Kommission Strafrecht, begrüßt den im Koalitionsvertrag fokussierten Schutz von Frauen und Kindern vor Menschenhandel und Zwangsprostitution: "Für die angestrebte konsequente Bestrafung der Täter werden die angesprochenen flankierenden Maßnahmen - mit Ausnahme der nicht zielführenden Einführung der Freier-Strafbarkeit – einschließlich ihrer gesetzlichen Ausgestaltung eine maßgebliche Rolle spielen. Der djb wird unter Einbeziehung der Betroffenen konkrete Vorschläge zur Intensivierung und Verbesserung der Bekämpfung des Menschenhandels erarbeiten."

Dr. Kerstin Niethammer-Jürgens, Stellv. Vorsitzende djb-Kommission Zivil-, Familien- und Erbrecht, Recht anderer Lebensgemeinschaften, konstatiert, dass das Familienrecht aus Sicht des djb stimmiger zu gestalten sei:
"Wechselwirkungen der einzelnen Rechtsgebiete untereinander sind in den Blick zu nehmen (Beispiel: Unterhalt/Betreuungsgeld oder auch SGB II). Familienarbeit ist der Erwerbstätigkeit keineswegs gleichgestellt, wobei dies in besonderem Maße deutlich wird während des Bestehens der Ehe (keine eigene Altersvorsorge, Gütertrennung bei der Zugewinngemeinschaft)."

Dr. Maria Wersig, Vorsitzende djb-Kommission Recht der sozialen Sicherung, Familienlastenausgleich legt den Schwerpunkt auf Altersarmut von Frauen:
"Die Rente bleibt auch mit Ausbau der "Mütterrente" stark an der Erwerbstätigkeit orientiert. Umso wichtiger ist die Förderung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung - leider schweigt der Koalitionsvertrag zum Ehegattensplitting und hält an den Minijobs fest."

Sabine Overkämping, Vorsitzende djb-Kommission Öffentliches Recht, Europa- und Völkerrecht unterstützt ausdrücklich den Ansatz von Zielquoten über das Kaskadenmodell, damit Frauen auf allen Ebenen des Wissenschaftssystems, vor allem in Führungspositionen, angemessen vertreten sind.

Weitere Informationen im Netz:

www.djb.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Union und SPD einigen sich in ihren Koalitionsverhandlungen auf Frauenquote in Aufsichtsräten

Ehegattensplitting - Reaktionen auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 7. Mai 2013

Auszeichnung für Jutta Wagner. Die ehemalige Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes erhielt am 10. Dezember 2013 das Bundesverdienstkreuz

Kritik an Frauenpolitik. Für den Herbst 2013 plant Bündnis weitere öffentliche Aktionen

Aktionärinnen veröffentlichen die Ergebnisse ihrer Studie - Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen im europäischen Kontext

Aktionärinnen fordern Gleichberechtigung im Jahr 2012 – Aufruf, an den Hauptversammlungen börsennotierter Unternehmen teilzunehmen

Die BVG hat erstmals eine Vorstandsvorsitzende - Der Deutsche Juristinnenbund fordert mehr Konkretisierung für Frauen in Aufsichtsräten (2010)

Juristinnenbund fordert Neubesetzung des BVG-Vorstands

Deutscher Juristinnenbund, djb, setzt sich für weibliche Führungskräfte ein


Quelle: djb-Pressemitteilung 14-02


Women + Work

Beitrag vom 18.01.2014

AVIVA-Redaktion 






AVIVA-News bestellen
  AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter



Berliner Frauenpreis 2021 ausgeschrieben

. . . . PR . . . .

Überschrift
Nominieren Sie eine engagierte Frau für den Berliner Frauenpreis 2021! Vorschläge können bis zum 09. Oktober 2020 eingereicht werden.
Infos unter: www.berlin.de

Sunburned. Ab 2. Juli 2020 im Kino!

. . . . PR . . . .

Sunburned
Claire verbringt die Ferien in Andalusien. Am Strand lernt sie den senegalesischen Strandverkäufer Amram kennen. Sie möchte ihm helfen, doch macht dadurch unabsichtlich seine verzweifelte Situation noch aussichtsloser.
Der Trailer und mehr zum Film: www.camino-film.com/
filme/sunburned
und www.facebook.com/caminofilm

Herrin ihrer selbst. Zahnkunst, Wahlrecht und Vegetarismus. Margarete Herz und ihr Freundinnen-Netzwerk

. . . . PR . . . .

Margarete Herz
Ingeborg Boxhammers lebendige Biographie zeichnet die Möglichkeiten nach, die jüdische Frauen im Deutschen Kaiserreich hatten, ihre eigenen Wege zu gehen, wirtschaftlich unabhängig zu sein und sich selbst zu verwirklichen.
Mehr zum Buch und bestellen unter: www.hentrichhentrich.de

Berliner Frauenpreis 2020 an Yvonne Büdenhölzer















Nanna Johansson – Natürliche Schönheit

. . . . PR . . . .

Nanna Johansson - Natürliche Schönheit
Die schwedische Comiczeichnerin und Radiomoderatorin hinterfragt in ihrem feministisch-satirischen Comicband gängige Schönheitsideale und gibt mit ihren Comics intelligente Anleitungen zur Selbstliebe.
Mehr zum Buch und bestellen unter:
www.avant-verlag.de

Liv Strömquist - I´m every woman

. . . . PR . . . .

Liv Strömquist - I´m every woman
In ihrem feministischen Comic setzt sich die schwedische Politikwissenschaftlerin, Comiczeichnerin und Radiomoderatorin mit dem Mythos vom männlichen Genie auseinander, indem sie die Geschichte aus weiblicher Perspektive erzählt.
Mehr zum Buch und bestellen unter:
www.avant-verlag.de

Aufbruch der Frauen. Die wilden Zwanzigerjahre

. . . . PR . . . .

Aufbruch der Frauen. Die wilden Zwanzigerjahre
In den 1920-Jahren schien alles möglich für die Frauen. Die literarische Bühne eroberte sie in Romanen von Irmgard Keun, Vicki Baum und Gabriele Tergit, sowie in Zeitschriften wie "Die Dame" oder "Elegante Welt". Eine erlesene Textsammlung, zusammengestellt von Brigitte Ebersbach.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.ebersbach-simon.de


Kooperationen

Raupe und Schmetterling
Interkulturelles Frauenzentrum S.U.S.I.
Paula Panke
bücherfrauen - women in publishing
FCZB
GEDOK-Berlin
BEGiNE
gründerinnenzentrale
FcF Institut
Frauenkreise