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AVIVA-BERLIN.de im August 2018 - Beitrag vom 13.06.2018

Marlies Krämer wird Namenspatin für einen Raum in der Berliner WeiberWirtschaft eG
AVIVA-Redaktion

Bei der diesjährigen Generalversammlung der Frauengenossenschaft WeiberWirtschaft eG, des größten Unternehmerinnen- und Gründerinnenzentrum Europas, ist Marlies Krämer am 9. Juni 2018 für ihr Engagement für die Gleichbehandlung von Männern und Frauen in der Sprache mit der Patinnenschaft für einen Raum geehrt worden.



Marlies Krämer strengte ein Verfahren gegen ihre Sparkasse an, damit sie neben dem Generischen Maskulinum wie "Kontoinhaber" oder "Empfänger" künftig auch "Kontoinhaberin" oder "Empfängerin" in ihren Formularen vorsieht. Sie unterlag im Frühjahr dieses Jahres vor dem Bundesgerichtshof, erreichte aber, dass das Thema geschlechtergerechte Sprache seither auf vielen Ebenen öffentlich diskutiert wird.

Das BGH-Urteil vom 13. März 2018: "Kein Recht auf weibliche Ansprache in Formularen". Die Argumentation: (...) Die männliche Form sei "Schon ´seit 2.000 Jahren´ im allgemeinen Sprachgebrauch". Auch der Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes e.V. (djb), Prof. Dr. Maria Wersig verschlägt es angesichts solcher Erklärungen fast die Sprache: "Frauen sind gut ausgebildet, verdienen ihr eigenes Geld und sind nicht nur die Anhängsel ihrer Männer. Die Bezeichnung "Kontoinhaber" ist seit 1958 überholt, denn seitdem können Frauen ein Konto auf ihren eigenen Namen eröffnen. Sprache ist ein Spiegel gesellschaftlicher Strukturen und damit auch ein Ausdruck von hergebrachten Hierarchien. Kommen Frauen in Sprache nicht vor, werden damit Realitäten geschaffen oder zementiert. Wer denkt denn an eine Frau, wenn es z.B. ´der Bankdirektor´ heißt. Wenn Frauen sprachliche Anerkennung erst einklagen müssen, so ist dies ein Armutszeugnis."

Im Telefoninterview der Versammlung der WeiberWirtschaft eG zugeschaltet sagte Marlies Krämer: "Sprache ist Ausdruck von Denken, Fühlen, Reden, Tun und Handeln. Sie ist unser wichtigstes Integrationsmittel und unser höchstes Kulturgut! Aber wir Frauen kommen in unserer Muttersprache gar nicht vor, als gäbe es uns gar nicht, obwohl wir mit 52 Prozent die Mehrheit der Bevölkerung darstellen. Sprache beeinflusst unser Denken und bestimmt folglich auch unser Handeln. So, wie wir Frauen in der Sprache vorkommen, werden wir auch beachtet und behandelt, nämlich gar nicht. Durch die sprachliche Ausgrenzung werden wir diskriminiert und erleiden dadurch eine gesellschaftlich viel geringere Wertschätzung als Männer, die immer präsent sind, während wir Frauen unserer sprachlichen Existenz ständig beraubt werden!"



Die Genossenschaft beobachtet dieses Phänomen auch in der Wirtschaftsförderung, die keineswegs geschlechterneutral ist, sondern die Gründungen von Männern sprachlich und auch inhaltlich bevorzugt. Sie fordert deshalb eine Neujustierung der bestehenden Förderinstrumente, damit auch die Gründungs- und Wirtschaftsförderung endlich Chancengleichheit herstellt!

Die WeiberWirtschaft eG ist das größte Unternehmerinnen- und Gründerinnenzentrum Europas. Ihren Mitgliedern – ausschließlich Frauen – bietet sie bezahlbare Büros, Werkstätten und Ladengeschäfte in ihrem Gewerbehof in Berlin-Mitte an, den sie bis Mitte der 90er Jahre mit einem Investitionsvolumen von 18,6 Mio EUR kaufte und sanierte. Auf den 7.100 Quadratmetern sind heute rd. 60 Unternehmen untergebracht. Zur hausinternen Infrastruktur gehören eine Kindertagesstätte, Konferenzräume und Gastronomiebetriebe, zu den angesiedelten Organisationen auch die "Gründerinnenzentrale" mit Orientierungs- und Vernetzungsangeboten und "Goldrausch" mit einem Mikrokreditangebot.

Unter dem Slogan "WeiberWirtschaft freikaufen!" visualisiert die Genossinnenschaft ihre sukzessive Entschuldung von Bankkrediten. Jede Fläche, die rechnerisch "schuldenfrei" ist, wird einer prominenten Frau aus Gegenwart oder Geschichte gewidmet.

Marlies Krämer reiht sich unter begeisterter Akklamation der Generalversammlung ab sofort als 33. Namenspatin in die Reihe von Frauen wie Lida Gustava Heymann, Ada Lovelace oder Lotte Reiniger ein, die bereits Namenspatinnen für Räume in der WeiberWirtschaft geworden sind. Die Veranstaltungsräume 2 und 3 im Tagungsbereich der Genossenschaft sind jetzt Marlies Krämer gewidmet.

Die Liste aller bisherigen Namenspatinnen ist online unter: www.weiberwirtschaft.de

Kontakt:
WeiberWirtschaft eG
Dr. Katja von der Bey
Anklamer Str. 38
10115 Berlin
Tel. 030 / 440 223 – 0
infos@weiberwirtschaft.de

Copyright Foto von Marlies Krämer: Anke Großklaß

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

25 Jahre WeiberWirtschaft eG - eine Erfolgsgeschichte
Gefeiert wird das von heute 1.800 Genossenschafterinnen u.a. mit der Buchpräsentation "Unsere Luftschlösser haben U-Bahn-Anschluss. WeiberWirtschaft - eine Erfolgsgeschichte". Am 17. Dezember 1989 gründeten 17 Frauen die Frauengenossenschaft WeiberWirtschaft. Ihr Ziel: Die "Ausgangsbedingungen von Frauenbetrieben und -projekten durch Bereitstellen von Gewerberäumen in einem Gründerinnenzentrum" zu verbessern. (2014)

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Quelle: Pressemitteilung der WeiberWirtschaft vom 13.06.2018

Women + Work > WorldWideWomen Beitrag vom 13.06.2018 AVIVA-Redaktion 





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