The Green Wave. Ein Film von Ali Samadi Ahadi - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kultur
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Frauensommer 2018 - Mythos 68 WOHNE LIEBER UNGEW├ľHNLICH
AVIVA-Berlin > Kultur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 25.02.2011

The Green Wave. Ein Film von Ali Samadi Ahadi
Britta Leudolph

Im Sommer 2009 war auf einmal ein anderer Iran auf den Bildschirmen der Welt zu sehen. Junge Menschen gingen in gr├╝nen Farben auf die Stra├če und protestieren f├╝r Freiheit und ihre Rechte. Vergebens.



Aus westlicher Sicht sind die Nachrichten, die aus Iran ankommen, in der Regel schlecht, oftmals sogar be├Ąngstigend. Das Land, das seit der Revolution 1979 eine islamische Theokratie ist, ist gepr├Ągt durch ein autorit├Ąres Regime, welches seiner Bev├Âlkerung ungez├Ąhlte Verbote auferlegt, die weit in das Privatleben hineinreichen. Eine freie Meinungs├Ąu├čerung ist nicht m├Âglich, sogar das Tanzen ist verboten.

Pr├Ąsident Mahmud Ahmadinedschad f├Ąllt international insbesondere durch radikale Parolen, antisemitische Hetze und Drohgeb├Ąrden gegen seine KritikerInnen auf. Die Medien im Iran sind derart unter Kontrolle des Staatsapparates, dass Meinungen, die sich gegen die die Machthaber richten, kaum au├čerhalb des Landes wahrgenommen werden.

Umso au├čergew├Âhnlicher waren die Meldungen, die sich im Sommer 2009 aus dem Iran in die ganze Welt verbreiteten. Auf den Bildschirmen waren pl├Âtzlich Menschenmassen zu sehen, die in Teheran und anderen St├Ądten f├╝r einen Wandel auf die Stra├čen gingen. Ausgestattet mit gr├╝nen Armb├Ąndern, T├╝chern und Stirnb├Ąndern unterst├╝tzte die Bev├Âlkerung einen Mann, der ihnen ein Symbol der Hoffnung war: Mir Hossein Mussawi. Doch so gro├č die Hoffnung, so tief war der Fall nach der Wahl: Entgegen aller Erwartungen wurde der ultrakonservative Populist Ahmadinedschad in seinem Amt best├Ątigt. Verzweiflung machte sich breit, aber auch Wut ├╝ber diese allzu offensichtliche Wahlmanipulation. Wieder gingen die Menschen auf die Stra├če, hielten Schilder hoch mit der Frage "Where is my vote?". Das Regime reagierte mit ma├čloser Gewalt: Protestdemonstration wurden von staatlichen Milizen brutal aufgerieben und aufgel├Âst. RegimegegnerInnen wurden eingesperrt, gefoltert, vergewaltigt. Menschen verschwanden. Die Hoffnung starb.

Ali Samadi Ahadi hat in seiner Dokumentarfilm-Collage "The Green Wave" die Ereignisse des Sommers 2009 nachgezeichnet. Nat├╝rlich konnte er f├╝r seinen Film nicht nach Iran reisen. Mithilfe von Animationen, ZeitzeugInnen sowie privater Aufnahmen von Handys oder Fotokameras gelingt es ihm, die Stimmung dieser Zeit noch einmal greifbar zu machen: Er begleitet junge Menschen, die sich im Wahlkampfteam Mussawis engagieren oder ├╝ber die Ereignisse in Blogs schreiben. In den ersten Tagen sind sie von einer befreienden Hoffnung erf├╝llt, erstmals haben sie das Gef├╝hl, ihr Leben doch in die eigene Hand nehmen zu k├Ânnen: Tag f├╝r Tag, Nacht f├╝r Nacht sie ziehen auf die Stra├čen. Der Protest hat in diesen Tagen etwas leichtes, fr├Âhliches ÔÇô eine ungekannte Stimmung macht sich breit. Doch nach der Wahl schl├Ągt die Stimmung um, aus der Hoffnung wird erst Ern├╝chterung, dann Verzweiflung. Am Ende steht ein Gewaltexzess des Staatsapparates, dem die ProtestantInnen bald nichts mehr entgegen zu setzen haben.

Zum Regisseur: Ali Samadi Ahadi wurde 1972 in T├Ąbris, Iran geboren. Im Alter von 12 Jahren kam er 1985 ohne Familie nach Deutschland. Nach dem Abitur studierte er in Kassel Visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Film und TV. Er war als Regisseur, Cutter und Kameramann an verschiedenen Dokumentationen und Reportagen beteiligt. Bisher hat er mit seinen Dokumentarfilmen "Culture Clean" und "Lost Children" f├╝r Aufsehen gesorgt. Zuletzt gab er mit "Salami Aleikum" sein Spielfilmdebut.

AVIVA-Tipp: "The Green Wave" ist in mehrfacher Hinsicht ein ├╝berragender Dokumentarfilm. Er zeigt die Ereignisse des Sommers 2009 in Iran noch einmal aus der Sicht der ProtestantInnen, er gibt ihren Hoffnungen und W├╝nschen ein Gesicht und l├Ąsst die ZuschauerInnen mitf├╝hlen. Er verleiht dem so oft verwendeten Begriff der Freiheit eine wahre Bedeutung und zeigt in aller Deutlichkeit, wie es ist, unfrei zu sein. Er vermittelt aber auch den Absturz der Hoffnung nach dem Scheitern der gr├╝nen Revolution. Er zeigt die Gewaltexzesse der Milizen, die auch nicht davor zur├╝ckschreckten, auf unbeteiligte Kinder einzupr├╝geln. Die Stimmung des Films ist mitunter so bedr├╝ckend, so traurig und hoffnungslos, dass frau mitweinen m├Âchte.

The Green Wave
Deutschland, 2010
Laufl├Ąnge: 80 Minuten, HD 1:1,85
Sprachen: Deutsch, Englisch, Farsi, deutsche Untertitel
Regie und Drehbuch: Ali Samadi Ahadi
DarstellerInnen: Pegah Ferydoni, Navid Akhavan
Kamera: Peter Jeschke, Ali Samadi Ahavi
Zeichnungen: Ali Reza Darvish
Animation: Prof. Dr. Sina Mostafawy und Andreas Menn
InterviewpartnerInnen: Dr. Shirin Ebadi, Prof. Dr. Payam Akhavan, Dr. Mohsen Kadivar,
Mehdi Mohseni, Mitra Khalatbari u.a.
Kinostart: 24.02.2011
www.thegreenwave-film.com

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

30 Jahre Berufsverbot und einj├Ąhrige Haftstrafe f├╝r iranische Journalistin und BOB-Preistr├Ągerin Zhila Bani Jaghob

Das persische Caf├ę
Die atomare Waffe des Iran sind seine M├ĄrtyrerInnen

Azar Nafisi - Die sch├Ânen L├╝gen meiner Mutter. Erinnerungen an meine iranische Familie

Keine Gesch├Ąfte mit dem iranischen Regime

Nasrin Amirsedghi - Die Stellung der Frau im Gottesstaat Iran

Urgent Action - Politische Gefangene im Iran

Irans StudentInnen protestieren gegen Atompolitik

Einreiseverbot f├╝r Mahmud Ahmadinedjad

Irans Pr├Ąsident bezeichnet Holocaust als Mythos

Freiheit statt Islamische Republik

Kultur Beitrag vom 25.02.2011 Britta Leudolph 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken