Von wegen - Urlaubszeit, schönste Zeit - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kunst + Kultur Kolumne



AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2021 - Beitrag vom 04.07.2011


Von wegen - Urlaubszeit, schönste Zeit
Isabell Serauky

Wer freut sich nicht auf die schönsten Wochen im Jahr! Ausgelassen wollen wir diese Zeit genießen – zur Not mit Gewalt. Alles wird generalstabsmäßig geplant, damit nichts der versprochenen...




... Glückseligkeit dem Zufall überlassen bleibt.

Eigentlich sind wir BerlinerInnen in Dauer-Urlaubs-Stimmung. Denn wir leben dort, wo andere Urlaub machen. Vergessen sind Ballerman & Co. Berlin ist das Sehnsuchtsziel schlechthin. Gehe ich vorbei an den gastronomischen Knotenpunkten in Prenzlauer Berg oder Mitte, ist ein schrilles Sprachgewirr zu vernehmen. Ein Mix aus englischen, französischen und auch zunehmend spanischen Klängen. Das sind Momente, in denen man sich als Gast in der eigenen Stadt fühlt. Dennoch zieht es eine/n oder manche/n vielleicht auch gerade deswegen weit weg. Urlaub, es beginnt die schönste Zeit des Jahres!

Unsere Erwartungshaltung wird über Monate aufgebaut, die es nun zu stemmen gilt

Regelmäßig beginnt die Odyssee mit der unschuldigen Frage: Wohin soll die Reise gehen? Es formiert sich augenblicklich die Fraktion der BergliebhaberInnen und die der Wasserratten. Dazwischen liegt ein tiefer Graben. Wehe dem, die/der eine/n PartnerIn der anderen Fraktion an seiner Seite hat. Da hilft nur noch die Vernunft namens Kompromiss. Um den zu umschiffen heißt es: Augen auf bei der PartnerInwahl! Denn, was helfen die wunderbarsten blauen Augen, wenn man in diese nur in dünner Bergluft versinken kann, man aber doch viel lieber Meeresrauschen als Untermalung hätte? Und in Zeiten von Paarship & Co. ist es doch so simpel, die eigene Präferenz mit dem Objekt der Suche abzustimmen! Ein Häkchen an der richtigen Stelle und schon ist ein Riesenpotential an Ärgernissen ausgeblendet. Hoch lebe die effiziente PartnerInwahl in Zeiten des World Wide Webs!

Wenn diese Hürde nun genommen ist, muss als nächster, nicht unproblematischer Schritt, das Land – der Sehnsuchtsort - erwählt werden. Hier sind kulturelle, landschaftliche, kulinarische und sprachliche Gesichtspunkte entscheidend. Und bekanntlich klaffen auch hier die Welten auseinander. Demokratische Geister in der Paar-Welt wechseln jährlich das Vorschlagsrecht. So hat jede/r mal die Chance zum Murren und der andere trägt die Last der Fehlentscheidung. Austarierte Chancengleichheit.

Nun, wenn irgendwann das "Wohin" geklärt ist und man sich immer noch vorstellen kann, die heilige Urlaubszeit mit der besseren Hälfte zu verbringen, stehen die Zeichen auf Aufbruch.
Um dann eine weitere Stolperfalle zu vermeiden, sollte jede/r den Koffer alleine packen. Kein Mann in diesem Universum wird je verstehen, warum Frau für zwei Wochen sechs Paar Schuhe benötigt und keine Frau wird das schludrige Reinwürgen der Klamotten eines Mannes ertragen können. Muss auch keine/r.
Nach weiteren unvermeidlichen Höhepunkten der Hochspannung: Sie liest die Karte. Er pflegt seine "sportliche" Fahrweise. Man steht im Mega-Stau. Der Flug ist gestrichen. Das Hotel ist eine Baustelle. Der Chef ist im selben einquartiert. - Kommen wir irgendwann an.

Endlich Ruhe, Erholung und Zeit für Zweisamkeit

Doch während ich mich in der Sonne aale, überkommen mich regelmäßig seltsame Gedanken. Für mich sind nicht die Stunden um den Jahreswechsel die Schicksalsstunden. Nein, traditionell sind es ruhige Urlaubsmomente, die meine Standortbestimmung herausfordern. Zuviel Entspannung hat eben auch Nachteile! Ich liege in den schönsten Gegenden rum und grüble. Wo haperte es im letzen Jahr? Hat sich etwas bewegt? Wo muss ich nun ran?

Melancholie unterm Sonnenschirm

Dennoch, der ganze Stress scheint sich zu lohnen. Denn kaum sind wir auf der Rückfahrt, verklärt sich schon der Blick auf die süßen Tage des Nichtstuns. Und augenblicklich setzt die Vorfreude auf das nächste Jahr ein. Immer und immer wieder.

Die Autorin Isabell Serauky ist Rechtsanwältin und arbeitet in einer Kanzlei im Berliner Prenzlauer Berg, www.jurati.de

Nächstes Thema: Die Qual der Wahl

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Beitrag vom 04.07.2011

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KINDER DER HOFFNUNG. Kinostart 4. November 2021

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KINDER DER HOFFNUNG von Yael Reuveny
Seit zehn Jahren lebt die israelische Regisseurin Yael Reuveny (SCHNEE VON GESTERN) in Berlin. In Super-8-Aufnahmen aus ihrer Kindheit und Kurzporträts ihrer Mitschüler*innen in Israel heute dokumentiert sie, was aus den Träumen und Idealen ihrer Generation geworden ist. KINDER DER HOFFNUNG kommt zum Jahrestag der Ermordung von Jitzchak Rabin im Jahr 1995 ins Kino.
Mehr zum Film, der Trailer und Kinotour unter: www.filmkinotext.de/kinder-der-hoffnung.html

MITRA. Kinostart: 18.11.2021

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MITRA
Inspiriert vom Schicksal seiner Familie erzählt Regisseur Kaweh Modiri die Geschichte der Iranerin Haleh, die 37 Jahre nach der Hinrichtung ihrer Tochter die Frau wieder trifft, die sie dafür verantwortlich macht. Paraderollen für Jasmin Tabatabai, Shabnam Tolouei und Singer-Songwriter Mohsen Namjoo, der auch die Filmmusik komponierte.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/mitra

PLAN A – Was würdest du tun? Ab 9. Dezember 2021 im Kino

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PLAN A – Was würdest du tun?
1945 plant eine Gruppe Holocaust-Überlebender die größte Racheaktion der Geschichte: Für jeden jede/n ermordete/n Jüdin/Juden soll ein/e Deutsche/r sterben. Doch kurz bevor der erste Giftanschlag ausgeführt werden kann, wird der Plan aufgedeckt.
Mehr zum Film, Kinotour mit Filmgespräch, den teilnehmenden Kinos und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/plan-a

Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

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Das Glück zu leben - The euphoria of being
Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

Zuhurs Töchter. Kinostart am 04.11.2021

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Zuhurs Töchter
Das Regie-Team Laurentia Genske und Robin Humboldt zeichnet in ihrem neuen Werk das Porträt der beiden Transgender-Teenager Lohan und Samar, die in ihrer neuen Heimat Deutschland endlich ihre weibliche Identität entfalten können.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/ zuhurstoechter

Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris

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Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris
Biografische Porträts der Fotokünstlerinnen, Porträtfotografinnen und Fotoreporterinnen Marianne Breslauer, Gisèle Freund, Dora Maar und Lee Miller im Paris der 1920er und 1930er Jahre.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.ebersbach-simon.de

Online: Die Videoaufzeichnung der Panel-Diskussion "Fragmented Narratives"

Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
Mit Dr. Lea Wohl von Haselberg, Veronika Kracher, Dr. Ingrid Strobl, Dr. Michal B Ron. Moderiert von Sharon Adler. Im Rahmen der Ausstellung mit Werken von Elianna Renner und Sharon Paz bei alpha nova & galerie futura

Roamers – Follow your Likes, Kinostart: 22. Juli 2021

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Der Dokumentarfilm ROAMERS erzählt von der Suche "Digitaler Nomaden" auf der Jagd nach dem nächsten, perfekten Moment nach Sinn und Halt in einer neuen, digitalen Welt unzähliger Möglichkeiten.
Mehr zum Film und Termine der Kinotour in Anwesenheit der Regisseurin Lena Leonhardt unter: www.camino-film.com/filme/roamers

Dear Future Children. Ab 14. Oktober 2021 im Kino

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Dear Future Children
Drei Länder, drei Konflikte, drei Frauen und ein ähnliches Schicksal: Doch sie haben nicht vor aufzugeben: Hilda in Uganda, Rayen in Santiago de Chile, und Pepper in Hongkong. Sie kämpfen weiter. Für ihre und unsere zukünftigen Kinder.
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Iris Schürmann-Mock – Frauen sind komisch. Kabarettistinnen in Porträt

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Liesl Karlstadt, Valeska Gert, Maren Kroymann, Carolin Kebekus ... In zehn ausführlichen und fünfzig kurzen Porträts stellt die Journalistin und Autorin die Königinnen der Kleinkunst vor. Ihre Disziplinen: Comedy, Poetry Slam, Tanz, Pantomime, Chanson, Rap.
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Walter Kaufmann – Welch ein Leben! Bundesweiter Kinostart am 30.9.21

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Walter Kaufmann. Welch ein LebenDie Lebensgeschichte des jüdischen Schriftstellers und Korrespondenten Walter Kaufmann vom Kindertransport nach Großbritannien über die DDR und um die ganze Welt erzählt dieser berührende Film.
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