Monika Hauser - Ein Portr├Ąt. Frauenrechte sind Menschenrechte. Kinostart: 3. Mai 2018 - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

WOHNE LIEBER UNGEW├ľHNLICH Die Pariserin ÔÇô Auftrag Baskenland VOM BAUEN DER ZUKUNFT ÔÇô 100 JAHRE BAUHAUS
AVIVA-Berlin > Kultur > Kino AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 30.04.2018

Monika Hauser - Ein Portr├Ąt. Frauenrechte sind Menschenrechte. Kinostart: 3. Mai 2018
Helga Egetenmeier

Monika Hauser, Gr├╝nderin von medica mondiale und Tr├Ągerin des Alternativen Nobelpreises, beschreibt in diesem Dokumentarfilm-Portrait von Evi Oberkofler und Edith Eisenstecken, wie sie zur K├Ąmpferin f├╝r die weltweiten Menschenrechte von Frauen wurde. Ihr Engagement im Bosnienkrieg, ihre Kindheit in...



... den Alpen, und ihr heutiger Einsatz für die Ächtung vom Krieg gegen die Frauen sind die Stationen, die der Film in den Fokus nimmt.

Die beiden Dokumentarfilmerinnen Evi Oberkofler und Edith Eisenstecken f├╝hren mit dem Schl├╝sselerlebnis von Monika Hauser in das filmische Portrait ein: Nach der Lekt├╝re eines Artikels ├╝ber Massenvergewaltigungen w├Ąhrend des Bosnienkrieges machte sich Monika Hauser im Jahr 1992 auf den Weg, um diesen Frauen vor Ort zu helfen.

medica mondiale - feministische Frauenrechts- und Hilfsorganisation

Erstmalig in der Geschichte fand anhand der Gr├Ąueltaten in Bosnien eine breite Medienberichterstattung zu Massenvergewaltigungen als Kriegswaffe statt, bei der die T├Ąter angeklagt und den Opfern eine Stimme gegeben wurde. Im Film berichtet Monika Hauser ├╝ber ihre beschwerliche, aber auch erfolgreiche Arbeit vor Ort, die dazu f├╝hrte, dass in Bosnien das weltweit erste Therapiezentrum f├╝r kriegstraumatisierte Frauen unter dem Namen medica Zenica entstehen konnte, das den Beginn von medica mondiale markiert.

Medica mondiale ist heute ein gemeinn├╝tziger eingetragener Verein mit drei Frauen als gesch├Ąftsf├╝hrendem Vorstand - darunter Dr. Monika Hauser - und drei Vereinsfrauen im Pr├Ąsidium. In der Gesch├Ąftsstelle in K├Âln sind zur Zeit 48 Mitarbeiterinnen mit unterschiedlichem beruflichem Hintergrund besch├Ąftigt. Rund 80 einheimische Fachkr├Ąfte arbeiten gegenw├Ąrtig in den Auslandsprojekten, darunter Psychologinnen, Therapeutinnen, Sozialarbeiterinnen und Rechtsanw├Ąltinnen.

Doch erst seit 2008 ÔÇô dem Jahr, in dem Monika Hauser den Alternativen Nobelpreis erhielt - gilt f├╝r den UN-Sicherheitsrat sexuelle Gewalt in bewaffneten Konflikten als eigener Straftatbestand. Diese ├ächtung von Kriegshandlungen unterst├╝tzt medica mondiale auch mit eigenen Studien. So zeigen die Ergebnisse von "Wir wurden verletzt, doch wir sind mutig und stark" (2015), dass sexualisierte Gewalt nicht nur eine besonders grausame Form der Kriegf├╝hrung ist, sondern erschreckende, traumatisierende Alltagserfahrung f├╝r Frauen und Kinder mit anhaltenden Langzeitfolgen - weltweit.

Der Lebensweg der Monika Hauser: "Ich habe schon fr├╝h verstanden, dass Frauen und Gewalt zusammengeh├Âren."

Die beiden Regisseurinnen lassen Monika Hauser im zweiten Schwerpunkt des Films ├╝ber die Geschichte ihrer Familie in S├╝dtirol, sowie ihre Kindheit und Jugend in der Schweiz berichten. Ihre pers├Ânliche Entwicklung reflektierend, erscheint ihr die Gro├čmutter, die sie in den Sommerferien in den Alpen besuchte, als wichtige Frau in ihrem Leben. Mit der Bitte um Verschwiegenheit erz├Ąhlte diese der zw├Âlfj├Ąhrigen Monika von den Misshandlungen durch den Gro├čvater und ver├Ąnderte damit ihren Blick auf die Machtverh├Ąltnisse in der Familie.

Sp├Ąter traf Monika Hauser bei ihrer Ausbildung zur ├ärztin auf patriarchale Strukturen, die ihren Widerstand hervorriefen. Sie kritisierte die funktionale Vorgehensweise der ├╝berwiegend m├Ąnnlichen Gyn├Ąkolog*innen bei schwangeren Frauen und sprach sich f├╝r einen sensibleren Umgang aus. Was heute als selbstverst├Ąndlich erscheint, war Ende der 1980er Jahre eine Seltenheit und so bekam Monika Hauser die Ausgrenzung und das Unverst├Ąndnis der ├ärzte und Ehem├Ąnner zu sp├╝ren. Bei den Frauen traf sie jedoch auf erleichterte Zustimmung - ein Umstand, der, wie sie sagt, ihr sp├Ąter des ├ľfteren noch an verschiedenen Orten begegnete.

Zwei Biografien sind bis heute ├╝ber Monika Hauser erschienen:
1997 von Erica Fischer "Am Anfang war die Wut" und 2008 von Chantal Louis "Nicht aufh├Âren anzufangen". Diese Titel spiegeln sich deutlich in der Monika Hauser dieses Dokumentarfilm-Portraits wieder. Eine ├╝berlegte und kraftvolle Frau, die anhand ihres Lebensweges zeigt, dass ihre aktiven Entscheidungen einen gro├čen Anteil an ihrem sinnvollen, wie auch beschwerlichen Lebensweg haben.

Feministische Arbeit gegen Kriegshandlungen

Das filmische Portrait wechselt immer wieder den Blickwinkel zwischen der Person und der Organisation und greift im dritten Teil Monika Hausers aktuelle Arbeit auf. Als politische Menschenrechtsaktivistin wendet sie sich mit Vortr├Ągen und ├ľffentlichkeitsarbeit gegen die weltweit stattfindenden Kriegshandlungen. Durch das umfangreiche Material der Dokumentarfilmerinnen Eisenstecken und Oberkofler ├╝ber diese Arbeit entstanden neben diesem Kinofilm zwei weitere TV-Filme: "Krieg gegen Frauen" (3sat) und "Mit Monika Hauser durch Bosnien und S├╝dtirol" (RAI Sender Bozen).

Die filmische Verkn├╝pfung zwischen Monika Hauser und medica mondiale hinterl├Ąsst aber auch den Wunsch nach einem getrennten Portr├Ąt f├╝r einen tieferen Einblick in die Person, wie auch die Organisation. Der Dokumentarfilm bleibt durch seine kurz angerissenen Ausschnitte etwas skizzenhaft und weckt die Neugier, noch mehr ├╝ber die Arbeit von medica mondiale und das Leben der Monika Hauser zu erfahren.

AVIVA-Tipp: Ein f├╝r seine Thematik erstaunlich leicht zug├Ąnglicher und fokussiert komponierter Dokumentarfilm, der mit Monika Hauser eine inspirierende und reflektierte Botschafterin f├╝r den Kampf um globale Frauen- und Menschenrechte zeigt. Daraus folgt der Wunsch nach einem noch tieferen Einblick in die Arbeit von medica mondiale und die Person Monika Hauser. Die Botschaft des Films wird jedoch deutlich: die Welt braucht weder Kriege noch Grausamkeiten und jegliches Engagement dagegen lohnt sich.

Auszeichnungen und Preise f├╝r Monika Hauser
1995: Preis Frauen Europas-Deutschland, Gustav-Heinemann-B├╝rgerpreis, Annette-Barthelt-Preis
1996 lehnte sie die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes ab (aus Protest gegen die inhumane R├╝ckf├╝hrung von bosnischen B├╝rgerkriegsfl├╝chtlingen nach Bosnien-Herzegowina)
2000: Peter-Beier-Preis der Evangelischen Kirche im Rheinland, Rotary-Preis Trentino-S├╝dtirol
2001: "Frau des Jahres": gew├Ąhlt von den ARD-Tagesthemen
2005: unter den 1.000 Frauen, die die Initiative "Friedensfrauen weltweit" ("Peace Women Across the Globe") f├╝r den Friedensnobelpreis nominierte
2007: Integrationspreis der Stiftung Apfelbaum
2008: Right Livelihood Award (Alternativer Nobelpreis)
2011: "Europ├Ąerin des Jahres": Auszeichnung des Magazins Reader┬┤s Digest
2012: Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen, Nord-S├╝d-Preis des Europarates
2015: "Mutige L├Âwin": Ehrenpreis des Deutschen ├ärztinnenbundes
2017: Paracelsus-Medaille der deutschen ├ärzteschaft, Verleihung der W├╝rde einer Ehrendoktorin der Staatswissenschaft der Universit├Ąt St. Gallen

Zur Regisseurin: Edith Eisenstecken, geboren 1960 in Bozen, studierte Regie an der Hochschule f├╝r Fernsehen und Film in M├╝nchen und absolvierte eine Filmschnitt-Ausbildung in den Bavaria-Filmstudios. Sie ist langj├Ąhrige freie Mitarbeiterin mit eigener Radiosendung beim RAI-Sender Bozen, lehrt im Bereich der Film-Montage und lebt am Ammersee.
Zur Regisseurin : Evi Oberkofler, geboren 1972, studierte an der Filmhochschule in M├╝nchen, Abteilung Dokumentarfilm und lebte zu Studienzwecken zeitweise in London und New York. Sie machte sich nach dem Hochschulabschluss selbst├Ąndig und lebt jetzt als Autorin und Regisseurin in M├╝nchen.
Gemeinsame Dokumentationen: Die beiden Dokumentarfilmerinnen haben bereits mehrere Portraits als gemeinsame Arbeit realisiert. So entstand 2012 "Der Kinomann aus S├╝dtirol" ├╝ber einen Kinobetreiber, der in seinem Heimatort in Bozen Arthouse Filme zeigt und 2009 "Ich lerne immer noch gerne ÔÇô Die Schauspielerin Krista Posch im Portr├Ąt".

Zur Produzentin: Marieke Schroeder, geboren 1970 in Regensburg, arbeitete nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften in M├╝nchen und dem Besuch der Film Class an der New Yorker Universit├Ąt f├╝r verschiedene Fernsehanstalten. Sie produzierte und f├╝hrte Regie bei verschiedenen Filmen, u.a. arbeitete sie mit Richard Chaim Schneider an der Dokumentation "Wir sind da! Juden in Deutschland nach 1945" (2000), gr├╝ndete 2011 die Thali Media GmbH und lebt und arbeitet in M├╝nchen.

Monika Hauser. Ein Portrait
Frauenrechte sind Menschenrechte
Deutschland 2016
Regie, Buch, Montage: Evi Oberkofler, Edith Eisenstecken
Produzentin: Marieke Schroeder
DarstellerInnen: Monika Hauser, u.a.
Verleih: barnsteiner-film
Laufl├Ąnge: 86 Minuten
Kinostart: 03.05.2018
Mehr zum Film unter. www.monikahauser-derfilm.de

Sonderveranstaltungen:
09.05.2018,. 20 Uhr: Berlin, Neues Babylon - in Anwesenheit von Monika Hauser
13.05.2018: Kassel, Bali - in Kooperation mit der Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung
18.05.2018: D├╝sseldorf, Metropol - in Anwesenheit von Monika Hauser
11.07.2018: Potsdam, Thalia - in Kooperation mit einem Frauenverein (N.N.)

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Bundestagswahl 2017
Forderungen und Einsch├Ątzungen des Deutschen Frauenrats, von medica mondiale, sowie von der WerteInitiative. Positionen j├╝discher Deutscher, und des Lesben- und Schwulenverbands. (2017)

Anne Siegel - Himmelsst├╝rmerinnen. 10 inspirierende Frauen in den Medien
Was ist der Motor, der uns nach vorne treibt? Anhand einer Reihe von Portr├Ąts erz├Ąhlt die Autorin, wie es Frauen gelang, ihre W├╝nsche und Ziele umzusetzen und selbstbewusst ihrem Ziel zu folgen. Die Idee zum Buch entstand w├Ąhrend eines Interviews, das Anne Siegel mit Monika Hauser f├╝r den Westdeutschen Rundfunk f├╝hrte. (2014)

UN-Sicherheitsrat verabschiedet Resolution zur Verfolgung und Bestrafung sexueller Gewalt in Konflikten
Das Komitee hat am 24. Juni 2013 eine deutliche Erweiterung zu den vorhergegangenen Beschl├╝ssen 1820 (2008), 1888 (2009) und 1960 (2010) herausgegeben. W├Ąhrend dort sexuelle Gewalt bereits als Instrument des Krieges und als eine internationale Bedrohung, die strafrechtlich verfolgt werden muss, definiert und verurteilt wurde, fordert die Resolution 2106 nun eine konsequente Vorgehensweise bei der ├ťberpr├╝fung, Verfolgung und Verurteilung von sexueller Gewalt in Konflikten, was zu einer Abschreckung und Pr├Ąvention beitragen soll. (2013)

Reportage zum Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldat*innen
Seit 2002 wird am 12. Februar j├Ąhrlich der Internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldat*innen begangen. Die Frauenrechtsorganisation medica mondiale unterst├╝tzt dabei insbesondere traumatisierte Frauen und M├Ądchen in Kriegs- und Krisengebieten. (2011)

Post f├╝r Frau Merkel - Nein zur Kriegsgewalt gegen Frauen
Im Rahmen der Kampagne "Im Einsatz f├╝r Frauen in Kriegs- und Krisengebieten" hat die Frauenrechts- und Hilfsorganisation medica mondiale mit lautstarker Unterst├╝tzung der Berliner Samba-Band "Rhythms Ribbon of Resistance" am 1. September 2009, dem Antikriegstag, mehr als 7.000 Postkarten an Bundeskanzlerin Angela Merkel ├╝bergeben. medica mondiale fordert damit die Bundeskanzlerin auf, sich gegen Kriegsgewalt an Frauen einzusetzen und insbesondere Ma├čnahmen gegen die Politik der Demokratischen Republik (DR) Kongo zu ergreifen. (2009)

Chantal Louis - Monika Hauser. Nicht aufh├Âren anzufangen
Chantal Louis zeichnet in dieser Biografie das Leben der Ärztin Monika Hauser nach, die sich 1992 nach Bosnien aufmacht, um kriegstraumatisierte Frauen medizinischen und therapeutische Hilfe zu geben. (2008)

Die ├ärztin Dr. Monika Hauser erh├Ąlt den Alternativen Nobelpreis 2008
In diesem Jahr geht einer der vier alternativen Nobelpreise nach K├Âln. Die 49-j├Ąhrige Gyn├Ąkologin erh├Ąlt den Award f├╝r ihr unerm├╝dliches Engagement f├╝r sexuell missbrauchte Frauen in Krisengebieten. (2008)

Frauen und Kriege in Afrika - Ein Beitrag zur Gender-Forschung
Dr. Rita Sch├Ąfer untersucht afrikanische Kriegs- und Nachkriegsgesellschaften aus der Gender-Perspektive. Die einzelnen L├Ąnderstudien verdeutlichen, dass eine langfristige Sicherung des Friedens nur m├Âglich ist, wenn die Konsequenzen der Kriege auf die Geschlechterbeziehungen ber├╝cksichtigt werden. (2008)

1.000 Hoffnungstr├Ągerinnen nominiert1.000 Frauen aus mehr als 150 L├Ąndern sollen in diesem Jahr gemeinsam den Friedensnobelpreis erhalten. Unter ihnen sind 15 Frauen, die sich seit Jahren von Deutschland aus f├╝r den Frieden engagieren. (2005)

medica mondiale: Sexualisierte Kriegsgewalt und ihre Folgen
Mit dem Handbuch zur Unterst├╝tzung traumatisierter Frauen in verschiedenen Arbeitsfeldern steht ein fach├╝bergreifender ├ťberblick f├╝r die Beratung & Unterst├╝tzung traumatisierter Frauen zur Verf├╝gung. (2004)

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.medicamondiale.org

www.medicamondiale.org/nc/presse
Dieser Link f├╝hrt direkt zur Pressemitteilung "Wir wurden verletzt, doch wir sind mutig und stark" (2015) ├╝ber die Ergebnisse der medica mondiale-Studie zu Langzeitfolgen sexualisierter Gewalt. Dort kann diese Studie als PDF in englisch (Langfassung) oder deutsch (Kurzfassung) heruntergeladen werden.

www.fembio.org
Die Biografie von Monika Hauser auf fembio - Frauen.Biographieforschung.

Kultur > Kino Beitrag vom 30.04.2018 Helga Egetenmeier 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken