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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 16.07.2010

Deutsche und afrikanische ForscherInnen starten Klima-Initiative - Bundesforschungsministerin Schavan k├╝ndigt Aufbau regionaler Kompetenzzentren in Afrika an
Evelyn Gaida

Die Auswirkungen des Klimawandels sind in Afrika bereits eine lebensbedrohliche Realit├Ąt. Gerade dort ist der Erhalt der ├ľkosysteme als Existenzgrundlage essenziell. Das ver├Ąnderte Klima stellt ...



... die Landnutzung jedoch vor immer gr├Â├čere Herausforderungen.

Das Bundesministerium f├╝r Bildung und Forschung (BMBF) gab am 14. Juli 2010 zusammen mit PartnerInnen aus dem s├╝dlichen und westlichen Afrika den Startschuss f├╝r eine neue Initiative zum Aufbau von regionalen Kompetenzzentren (Regional Science Service Centres) "Klimawandel und angepasstes Landmanagement in Afrika", die als langfristige afrikanische Forschungsinfrastruktur angelegt werden sollen.

Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan pr├Ąsentierte die Initiative im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam mit Ghanas Ministerin f├╝r Umwelt, Forschung und Technologie, Sherry Ayittey, sowie Sambias Staatssekret├Ąrin f├╝r Forschung, Technologie und Fortbildung, Sherry Thole. Angaben zu konzeptionellen Details wurden von Prof. Norbert J├╝rgens, Koordinator der Initiative im s├╝dlichen Afrika, und Prof. Paul Vlek, Koordinator der Initiative im westlichen Afrika, mitgeteilt.

v.l.: Prof. Paul Vlek, Koordinator der Initiative im westlichen Afrika, Sherry Ayittey, Ghanas Ministerin f├╝r Umwelt, Forschung und Technologie, Dr. Annette Schavan, Bundesforschungsministerin, Sherry Thole, Sambias Staatssekret├Ąrin f├╝r Forschung, Technologie und Fortbildung, Prof. Norbert J├╝rgens, Koordinator der Initiative im s├╝dlichen Afrika. ┬ę Evelyn Gaida


Klimawandel in Afrika

Afrika ist der Kontinent mit den geringsten Schadstoffemissionen - der Klimawandel droht ihn aber besonders hart zu treffen. Ausgangspunkt des begonnenen Forschungsprojekts sind Fragen, die deshalb f├╝r Afrika immer dringender werden: Mit welchen Klimaver├Ąnderungen und mit welchen Folgen f├╝r die Landnutzung sowie f├╝r das Wassermanagement ist zu rechnen? Welche L├Âsungsstrategien helfen? Derzeit leben 700 Mio. Menschen in Afrika, in den n├Ąchsten Jahren wird die Bev├Âlkerungszahl sich verdoppeln und auf 1,7 Mrd. Menschen ansteigen. "Keiner kann sich vorstellen, wo doppelt so viel Land und Wasser herkommen sollen", sagte Prof. J├╝rgens. Dies werde durch den Einfluss des Klimawandels noch zus├Ątzlich erschwert. "Zentraler Punkt" der Initiative sei aus diesem Grund "der Aufbau einer Forschungsinfrastruktur" in Afrika, die den "dortigen Wissenschaften M├Âglichkeiten schaffen" soll, so Schavan.

Kompetenzen in den Regionen st├Ąrken

Damit sei ein "neues Level der Forschungszusammenarbeit" erreicht. Laut Schavan wird das BMBF zu diesem Zweck in den kommenden zwei Jahren 5,1 Millionen Euro investieren. Die Investitionen f├╝r die weitere Aufbauphase k├Ânnten sp├Ąter bis zu 100 Millionen Euro betragen. Innerhalb eines Jahres sollen mit den afrikanischen PartnerInnen zwei Klimazentren im s├╝dlichen und westlichen Afrika aufgebaut werden. Schavan betonte, dass es nicht darum gehe, "deutsche Forschungszentren in Afrika aufzubauen", sondern darum, "in partnerschaftlicher Zusammenarbeit die vorhandenen Kompetenzen in den Regionen selbst zu st├Ąrken und zu integrieren." Die auf diesem Weg gewonnenen Ergebnisse k├Ânnten der Forschungsministerin zufolge auch f├╝r die deutsche Wissenschaft interessante Perspektiven bringen: Zum Beispiel im Hinblick auf die Frage, wie sich die Landwirtschaft auf die zunehmende Wasserknappheit einstellen kann. Von zentralem Interesse der ForscherInnen ist au├čerdem, wie die Menschen sich besser vor ├ťberschwemmungen sch├╝tzen k├Ânnen, was auch f├╝r Deutschland von gro├čer Relevanz sei.

"Farmers must have access to information"

Ministerin Ayittey aus Ghana hob hervor, wie wichtig die ├ťberwindung des Informationsdefizits ├╝ber die Auswirkungen des Klimawandels in ihrem Land sei, um regionale L├Âsungsstrategien entwickeln zu k├Ânnen: "We need to teach our farmers management strategies on climate change. Farmers must have access to information." Die LandwirtInnen in die Lage zu versetzen, auf die ver├Ąnderten Wetterbedingungen effektiv zu reagieren, sei eine Frage der nationalen Sicherheit, des Friedens und der Stabilit├Ąt, besonders auch angesichts klimabedingter Migrationsbewegungen als Reaktion auf lebensfeindliche Umweltbedingungen. Jedes Jahr fordern die Folgen des ver├Ąnderten Klimas 300.000 Menschenleben, so Ayittey, zum Beispiel durch lange D├╝rreperioden oder sintflutartige Regenf├Ąlle. Sie begr├╝├čte die Chance der interkontinentalen Kooperation und deren "benefit for our people".

v.l.: Sherry Ayittey, Ghanas Ministerin f├╝r Umwelt, Forschung und Technologie, Dr. Annette Schavan, Bundesforschungsministerin. ┬ę Evelyn Gaida


Weltforschungsgemeinschaft in der Pflicht

Prof. Vlek berichtete, dass westafrikanische LandwirtInnen Anpassungsma├čnahmen bisher mit wenigen Mitteln von au├čen vorn├Ąhmen - "die Weltforschungsgemeinschaft muss Hilfe leisten", forderte er. Der Aufbau regionaler Forschungszentren, die regional angepasste L├Âsungsstrategien entwickelten, sei "ein v├Âllig neuer Prozess". Keineswegs neu ist dagegen die Forderung nach einer st├Ąrkeren Unterst├╝tzung Afrikas bei der Bew├Ąltigung der Folgen des Klimawandels, die bereits in vielen internationalen Beschl├╝ssen zum Ausdruck kam, beispielsweise im sogenannten Bali-Aktionsplan der Klimarahmenkonvention und der Abschlusserkl├Ąrung des G8-Gipfels von Heiligendamm im Jahr 2007.

Schwerpunkte und Themen der Kompetenzzentren

Derzeit beteiligen sich zehn L├Ąnder in Westafrika und f├╝nf L├Ąnder im s├╝dlichen Afrika an dem Projekt. Die Zentren werden den InitiatorInnen zufolge ihren Schwerpunkt auf anwendungsorientierte Forschung legen und zugleich in ihrer Region eine beratende Funktion f├╝r ├Âffentliche und private Entscheidungstr├ĄgerInnen ├╝bernehmen. Von den ermittelten Forschungsergebnissen k├Ânnten grenz├╝bergreifend auch andere afrikanische Staaten profitieren, sagte Ayittey. Im Mittelpunkt stehen nach Aussage Prof. Vleks drei verfolgte Ziele: Die Sammlung von Daten zum Klimawandel in Afrika, das gemeinsame Forschen und "capacity building". Die Datenlage f├╝r Westafrika entspreche derzeit einem "wei├čen Fleck". Das m├╝sse sich ├Ąndern.

"Eingebettete Organisationen"

Die Kompetenzzentren in Westafrika seien laut Prof. Vlek als "autochthone, in afrikanische Universit├Ąten eingebettete Organisationen" konzipiert. Forschungsaufgaben w├╝rden ├╝ber die Konsortien der Universit├Ąten nach Kompetenzen verteilt, Qualit├Ątsstandards m├╝ssten festgelegt werden. Die teilnehmenden L├Ąnder seien gefragt, zu entscheiden, welcher Forschungszweig wo angesiedelt werden soll. Prof. J├╝rgens zufolge sehe es im s├╝dlichen Afrika etwas anders aus, wo die Ministerien, wie zum Beispiel das jeweilige Forschungs- oder Landwirtschaftsministerium, ├╝ber den besten Kenntnisstand verf├╝gten. Es gelte hier, eine "Gemengelage aller beteiligten Akteure" in eine neue Qualit├Ąt der Zusammenf├╝hrung umzuwandeln. Auf die Frage eines Journalisten, ob auch neue Geb├Ąude vorgesehen seien, zitierte J├╝rgens einen afrikanischen Kollegen - nicht in "bricks and water" solle das Geld investiert werden, sondern in "brains". In Westafrika w├╝rde jedoch auch gebaut werden, teilte Prof. Vlek mit.

F├Ârderung junger, afrikanischer WissenschaftlerInnen

Eine der wichtigsten Aufgaben wird die Qualifizierung und Rekrutierung junger WissenschaftlerInnen aus afrikanischen L├Ąndern sein, so die InitiatorInnen. Stipendien- und Austauschprogramme w├╝rden laut Prof. Vlek zur Verf├╝gung gestellt werden, um jungen WissenschaftlerInnen die Promotion zu erm├Âglichen. Nach Aussage von Staatssekret├Ąrin Thule aus Sambia ist es das Ziel der Kompetenzzentren, gerade auch Wissenschaftlerinnen zu unterst├╝tzen und zu ermutigen, sich zu engagieren.

Fragen der Umsetzung

├ťber ein Gesamtkonzept f├╝r die westafrikanische Region und die Koordinierung der dortigen Foschungsaktivit├Ąten sei die Diskussion noch im Gange, sagte Prof. Vlek. Staatssekret├Ąr Georg Sch├╝tte f├╝gte an, es handele sich bei den pr├Ąsentierten Vorhaben nicht um die Entwicklung eines Prototyps. Die L├Âsungen w├╝rden sich vor Ort ergeben und sich an der jeweiligen regionalen Situation orientieren. Es sei Raum f├╝r regional unterschiedliche L├Âsungen vorhanden, so Sch├╝tte weiter. Ein Vertreter des BMBF fasste es folgenderma├čen zusammen: Auf deutscher Seite sei die Expertise gebraucht, die von afrikanischer Seite als notwendig erachtet werde.

Bleibt zu hoffen, dass die Entwicklung und Verwirklichung dieser vielversprechenden Initiative nicht auch dem Sparkurs der Bundesregierung zum Opfer f├Ąllt. Laut Spiegel ONLINE-Bericht vom 26. Juni 2010 sind drastische K├╝rzungen unter anderem bei Hilfszahlungen an arme L├Ąnder zur Unterst├╝tzung des Klimaschutzes vorgesehen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.bmbf.de

www.rssc-southernafrica.net

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Public Affairs Beitrag vom 16.07.2010 Evelyn Gaida 





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